US-Marke Donatos Pizza kommt nach München

McDonald's Corp. setzt mit Donatos Pizza auf den deutschen Markt. Als Starttermin ist der 15. Oktober 02 angepeilt, Pilotstandort wird die Regerstraße (Nähe Ostbahnhof) in München werden. Auf gut 3.500 qm Fläche entsteht dort ein Freestander-Betrieb mit gleich drei Absatzschienen, nämlich Fullservice-Restaurant, Pick up-Window und Delivery. Bis Jahresende sollen in München und Frankfurt mindestens 2 Outlets am Markt sein (auch Express mit Slice-Verkauf). Optimistisch, aber gleichzeitig auch realistisch vorstellbar sind bis Ende 2005 insgesamt 200 Einheiten zwischen Bayern und Schleswig-Holstein, so die Auskunft. Deutschland ist der erste Markt außerhalb USA, wo das 1999 von der McDonald’s Corp. erworbene Konzept in den Test bzw. in die Expansion kommt. Der größte Gastronom des Landes dehnt sein Engagement damit auf eines der größten, aber gleichzeitig umkämpftesten Produktfelder aus. Pizza steht für einen weiter wachsenden Milliarden-Markt, der zwar erst wenige überregionale Marken aufweist, aber von zehntausenden Individual-Italienern bis ins letzte Dorf dicht besetzt ist. Und auch die Supermärkte mit ihren Tiefkühltruhen mischen im Geschäft kräftig mit. Hochgradiger Kompetenz- und Preiswettbewerb!

Ein kleines Team unter der Führung von McDonald’s Chairman Gerd Raupeter und Donatos Geschäftsführer Herman Riedl (Sternekoch, Pizza Hut, McDonald’s) arbeitet seit Februar 02 an System-Transfer und Einpassung in europäische Verhältnisse. Produkte (Pizza, Subs, Salate) und Gebäudehülle entsprechen weitgehend dem amerikanischen Original, die "Verpackung" (Einrichtung, Verkaufs- und Liefer-Equipment) hat man überwiegend hierzulande entworfen. Dabei wird das interaktive Telefon auch im Restaurant eine zentrale Rolle spielen, der Lieferservice soll mit Quats, Smarts und e-bikes erfolgen. Raupeter, Riedl und Team sind sehr euphorisch, was die Einzigartigkeit und Qualität ihrer Pizzen und warmen Subs angeht. Synergien sehen sie vor allem bei Einkauf und Real Estate sowie im Expansions-Know-how. Doch die Marke als solches soll eigenständig und mit eigenem Headquarter in Taufkirchen (nicht München, Drygalskiallee) geführt werden. Der Verbraucher wird nicht erkennen können, dass McD da auf einer Parallelschiene antritt. Kein Zweifel, dieser Donatos-Start in Deutschland gehört in der Profi-Gastronomie mit zu den Top-News des Jahres. Die gesamte Branche wird in die bayerische Hauptstadt pilgern, um zu sehen, wie die Hamburger-Profis das Pizza-Thema angehen. Alles entscheidend: Wie gefallen Produkt, Konzept, Preise und Dienstleistung den angepeilten Zielgruppen? Wird es dem System relativ schnell gelingen, sich eine attraktive Marktposition zu erobern? Alles weitere, etwa Franchise-Fragen, muss erst diskutiert werden, wenn Donatos nach Einführung und Korrekturrunde gezeigt hat, dass das Konzept mit der Power des Konzerns gute Chancen hat. Hintergrund: Bis in die 90er Jahre hinein war die amerikanische Company bei über 35 Mrd. $ Umsatz in mehr als 100 Ländern ein Mono-Konzept-Unternehmen. Dann die hoch strategische Entscheidung, neben der Mega-Marke McDonald’s (zunehmende Sättigung!) weitere Foodservice-Brands, sprich neue Fundamente für aggressives Wachstum zu akquirieren. In kurzer Zeit kamen diverse Namen dazu, darunter auch Donatos. Die 1963 von Jim Grote gegründete Firma mit Sitz in Columbus/Ohio steht für randlose, dick belegte Pizzen auf knusprigen Böden. Fullservice-Restaurants und Delivery in geschickter Kombination. Bei der Übernahme verfügte die Marke im Osten der USA über knapp 50 Outlets, heute sind es etwa 200. Zurück zu McDonald’s Deutschland: Das erste Halbjahr 02 brachte dem Marktführer mit 1.165 Stores zum 30. Juni etwas über 5 % Umsatzplus zum Vorjahr, so Raupeter. Positive Zahlen auch auf vergleichbarer Fläche. Trotzdem, es hätte, nach der Minus-Entwicklung im letzten Jahr (BSE-Krise/Konjunktur-Abschwung usw.) besser laufen sollen, wie praktisch überall. Sehr gut der März, schwach der Juni. www.mcdonalds.com www.donatos.com


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