Hospitality Symposium

Unternehmertum im Fokus

Das 5. Heilbronn Hospitality Symposium hat sich mit dem Thema ‘Entrepreneurship – Motivation und Treiber für die Hotellerie und Gastronomie‘ beschäftigt. Es fand vergangene Woche statt auf dem Bildungscampus im Rahmen des Studiengangs Hotel- und Restaurantmanagement an der Hochschule Heilbronn.

Keynote-Speaker Senator h.c. Erwin Staudt, unter anderem Ehrenpräsident des VfB Stuttgart, meisterte den Einstieg mit seinem Vortrag ‘Vom Manager zum Unternehmer‘. Den rund 300 Teilnehmern, darunter viele Studenten, zeigte Staudt die Unterschiede auf, die es zwischen Unternehmern und Managern gibt. Damit ein Manager seiner vollen Verantwortung gerecht wird, sollte er sich mehr wie ein Unternehmer fühlen. Auch als Manager müsste man sich vorstellen können, wo ein Betrieb in fünf bis zehn Jahren stehen sollte. Staudt gab dem Plenum den Ratschlag: „Wer Visionen hat, muss nicht zum Arzt!“ Gefragt und zukunftsfähig sei insbesondere ein ‘Entrepreneurial Management‘.

Es folgte eine harmonische Diskussionsrunde mit Experten aus der Hotellerie und Gastronomie, moderiert von Prof. Christian Buer. Er ist Head of Tourismus Management der Hochschule Heilbronn und Initiator sowie Chairman des jährlichen Wissenschaftssymposiums.

Ob es nun Angestellte oder Selbstständige besser haben, konnte abschließend zwar nicht geklärt werden, eine allgemeingültige Lösung gebe es nicht. Nach dem Studium allerdings erste Erfahrungen zu sammeln – auch außerhalb der Branche–, sei wichtig. „Es ist nie zu spät für die Selbstständigkeit“, findet Michael Mücke, Vorsitzender der Geschäftsführung Accor Hospitality Germany.

Es folgte ein Vortrag von Levin von Bothmer, Head of mytaxi Delivery. Er zeigte auf, welche Verbindung die App mytaxi beispielsweise mit der Gastronomie eingehen kann. Unter anderem könne man sich in manchen Städten bereits Essen von dean&david und SushiFactory von einem Taxifahrer nach Hause bringen lassen.

Die zweite Diskussionsrunde behandelte das Thema ‘Innovation & Konzepte: Was ist das Geheimnis einer erfolgreichen Idee?‘ „Mangel fördert eher Innovationen als Überfluss. Mit nur wenig Geld herausragende Gastronomie zu machen, ist die größere Herausforderung“, stellte Tim Plasse, Hausmann’s, Frankfurt/Main, fest. Dass sowohl die Mitarbeiter als auch die Gäste einen großen Anteil an Veränderungsprozessen haben, waren sich die Diskutanten einig. Innovation bedeute allerdings nicht nur Veränderungen bei Design oder Produkt. Mittlerweile sei der Bereich IT ein bedeutender Faktor. Die operative Umsetzung kreativer Ideen sollte jedoch immer geprüft werden.

Wie der Leaders Club Start-ups fördert, stellte Spiridon Soukas, Geschäftsführer, Mongo’s Gastro, vor und ebnete so den Weg für die dritte und letzte Diskussionsrunde: Wie sich Gastronomie und Hotellerie finanzieren können.

Dirk Schuldes, Head of CRM Managed and Operational Properties, Hypothekenbank Frankfurt, betonte, dass speziell die Hotellerie ein begehrtes Asset in der Immobilienwelt sei. Die besondere Rolle der Gastronomie als Bühne für Bier erläuterte hingegen Heiner Müller, Mitglied der Geschäftsführung, Paulaner Brauerei. Dass allerdings die Gastro-Branche noch immer ein eher schlechtes Image bei Banken hat, hob Soukas hervor.

Patrick Rüther, Altes Mädchen, Hamburg, gab den anwesenden Studenten den Tipp, erstmal mit überschaubaren Zielen anzufangen, wenn sie ein Unternehmen gründen möchten. „Für Existenzgründer ist es zunächst schwierig, die vielen Vorschriften, die jedes Jahr hinzukommen, zu garantieren.“

Das 6. Heilbronn Hospitality Symposium findet am 8. Oktober 2015 statt. Das Thema: System trifft Individualität.

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