V.I.C. Internationale Caterer formieren sich

Die international tätigen Cateringunternehmen in Deutschland haben jetzt einen Verband gegründet, um ihre Kräfte in einer adäquaten Interessenvertretung zu bündeln. Unter dem Namen 'Verband der Internationalen Caterer in Deutschland' (VIC) möchten die vier Gründungsunternehmen (Compass, Aramark, Sodexho und apetito) auch dem europäischen Verband (FERCO) beitreten. Als wichtigstes Ziel wird die Beseitigung der steuerlichen Ungleichbehandlung zwischen Eigen- und Fremdregie genannt. Der Vorsitzende des VIC, Udo Luerssen, erläuterte vor der Presse den Schritt: "Als eine der größten Wachstumsbranchen in Deutschland sahen wir uns auf Bundesebene nirgendwo fachlich kompetent vertreten. Auf der politischen Bühne in Brüssel nahm überhaupt niemand die Interessen der deutschen Contract Caterer wahr." Schwerpunkt der politischen Arbeit des VIC ist die steuerliche Gleichberechtigung der Contract Caterer innerhalb der EU. Luerssen spielt damit auf die steuerliche Ungleichbehandlung in Deutschland der Fremd- gegenüber der Eigenregie an. Luerssen: "Mit dem VIC setzen wir uns für die Harmonisierung der Mehrwertsteuerbelastung auf nationaler und europäischer Ebene ein. Erstrebenswert sei auch eine europäische Gesetzgebung, die die Rechtsgrundlage für eine vergleichbare Besteuerung von Catering-Leistungen schafft. Laut VIC-Vorstandsmitglied Dr. Horst de Haan, belaste die Ungleichbehandlung den Caterer bei Herstellungskosten pro Essen von 10,00 DM mit 1,66 DM an Steuern, während die Eigenregie mit einer Steuerbelastung von 0,66 DM davon komme. De Haan: "Der große Verbündete, den wir haben, ist der gesunde Menschenverstand." Ein weiteres Aufgabenfeld der Verbandsarbeit soll der gezielten Aufklärungsarbeit pro Contract Catering dienen. O-Ton: "Der Eigenregiegedanke entspricht nicht mehr unserer heutigen Zeit." Luerssen bezifferte den Outsourcinganteil in der Betriebsgastronomie auf 50 Prozent, in Kliniken und Heimen auf zehn Prozent. Das für Caterer relevante Marktvolumen liege nach vorsichtigen Schätzungen bei rund elf Milliarden DM, davon entfallen nach gv-praxis-Erhebungen 3,47 Mrd. DM auf die Top 30 Caterer. Die werden sich allerdings schwer tun, in den Verband einzusteigen. Kriterien sind neben dem Firmensitz in Deutschland eine internationale Tätigkeit. Auch gegen den nach Ansicht von Dr. Hans-Georg Rummler "mörderischen Konkurrenzkampf in der Branche" dürfte der VIC kaum etwas auslösen können. Dafür sieht man in Fragen der Aus- und Weiterbildung ein weites Betätigungsfeld bei der Schaffung branchenspezifischer Ausbildungsberufe wie Fachkaufmann/-frau für Systemgastronomie oder Catering-Fachwirt. Europaweit sind derzeit rund eine halbe Million Mitarbeiter im Cateringgeschäft aktiv. Stellvertretender Verbandsvorsitzender ist Dr. Erwin Welte, Sitz des Verbandes ist 60316 Frankfurt am Main, Friedberger Anlage 22. (Smi)



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