Verbraucher widerstehen Pessimismus

Das Konsumklima setzt seine stabile Entwicklung, wenn auch auf niedrigem Niveau, fort. Trotz Finanz und Konjunkturkrise kann die Anschaffungsneigung im Januar überraschend deutlich zulegen. Die Einkommens- und Konjunkturerwartung müssen dagegen Einbußen hinnehmen. Der Gesamtindikator prognostiziert nach revidiert 2,2 Punkten im Januar für Februar ebenfalls einen Wert von 2,2 Punkten. Die Konjunkturerwartung hat sich zu Beginn dieses Jahres mit einem Minus von 0,5 Punkten nur minimal verschlechtert. Aktuell weist die Konjunkturstimmung einen Wert von -32,9 Punkten auf. Damit wird das Rekordtief von Ende letzten Jahres noch einmal leicht unterschritten. Die ständig revidierten Prognosen der letzten Wochen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland haben auch die Konjunkturaussichten der Bundesbürger negativ beeinflusst. Einbrechende Exportmärkte, eine stark rückläufige Produktion und vor allem sinkende Neuzulassungen bei Pkws sorgen dafür, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr in einer tiefen Rezession gesehen wird. So geht die Bundesregierung in ihrem jüngst veröffentlichten Jahreswirtschaftsbericht von einem Minus des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 2,25 % aus. Der nur sehr geringe Rückgang der Konjunkturerwartung könnte jedoch ein Hinweis darauf sein, dass die Bürger nun erwarten, den Tiefpunkt der Prognosen erreicht zu haben. Die Einkommenserwartung der Verbraucher muss im Januar zum zweiten Mal in Folge Einbußen hinnehmen. Der Indikator verliert aktuell gut 5 Punkte und weist nun -20,5 Zähler auf. Dies ist der tiefste Stand seit März 2003. Damals wurden -21,4 Punkte gemessen. Durch die anhaltend schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft sehen sich die Konsumenten zunehmend persönlich betroffen. Mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit wächst bei den Beschäftigten auch wieder die Angst vor einem Jobverlust. Folglich beurteilen mehr Bürger die Einkommensaussichten wieder pessimistischer. Auch kann die momentan gesunkene Inflationsrate, die stärkend auf die Kaufkraft wirkt, dieser Angst nicht wirksam begegnen. Im Gegensatz zur Einkommenserwartung setzt die Anschaffungsneigung ihren Erholungskurs auch zu Beginn des neuen Jahres unbeirrt fort. Der Indikator macht im Januar mit einem Plus von knapp 22 Punkten sogar einen kräftigen Sprung nach oben. Aktuell weist er 15,5 Zähler auf und liegt damit wieder deutlich im positiven Bereich über seinem langjährigen Durchschnittswert von 0 Punkten. Damit ist die Anschaffungsneigung zum ersten Mal seit August 2007 wieder positiv. Der Gesamtindikator prognostiziert für Februar 2009 einen Wert von 2,2 Punkten nach revidiert ebenfalls 2,2 Zählern im Januar. Der Indikator bleibt damit auf einem konstanten Niveau. Entscheidende Unterstützung erhält das Konsumklima derzeit von der Anschaffungsneigung. Inwieweit der Konsum in diesem Rezessionsjahr positiv auf die Wirtschaft wirken kann, wird in erster Linie davon abhängen, wie stark die Krise den Arbeitsmarkt belasten wird. Jedoch können auch weitere Faktoren dabei helfen, den Konsum zumindest nicht allzu stark zu belasten. Die Inflationsrate wird voraussichtlich sehr niedrig bleiben und damit die Kaufkraft der Verbraucher stützen. Der Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung geht von einem Anstieg der Preise in diesem Jahr in Höhe von 0,5 % aus. www.gfk.de Redaktion food-service GfK Marktforschung, Konsumklimastudie, Konjunkturkrise, Einkommens- und Konjunkturerwartung, Anschaffungsneigung, Exportmärkte, Bruttoinlandsprodukt


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