Milzbrand-Verdacht

Verzehrswarnung für Rindfleisch-Chargen aus Slowakei

Einige Rindfleischprodukte wie frischer Rinderbraten, Roastbeef oder Corned Beef verschiedener Hersteller/Anbieter in Deutschland sind womöglich mit dem Bacillus Anthracis verunreinigt, der Milzbrand verursachen kann.
Bereits seit letzter Woche wurden Rindfleischprodukte bestimmter Chargen zurückgerufen. Das Portal Lebensmittelwarnung.de listet aktuell neun Produkte auf, die unter anderem in verschiedenen Rewe-Filialen, bei Aldi Süd oder Penny sowie in Großmärkten erhältlich waren und inzwischen aus dem Verkauf genommen wurden. Von deren Verzehr wird „aus Gründen des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes“ abgeraten.

Bei den betreffenden Erzeugnissen könne nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass sie möglicherweise mit dem Milzbranderreger kontaminiert sein könnten, so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Anlass für die vorsorglichen Lebensmittelwarnungen war dem BVL zufolge das Auftreten von Milzbrand in einem Rinderbetrieb in der Slowakei. Dieser Betrieb hatte zuvor zwei Rinder nach Polen geliefert, deren Fleisch nach der Schlachtung weiter in die Niederlande gelangte und von dort in mehrere EU-Länder geliefert wurde. Das BVL weist darauf hin, dass die Rinder zum Zeitpunkt der Schlachtung keine Anzeichen einer Milzbrand-Erkrankung aufwiesen.

Im Endeffekt gelangten rd. 3.600 kg Fleisch nach Deutschland, das aus den gefährdeten Chargen stammt bzw. mit ihnen in Berührung kam oder vermischt wurde. Bis dato wurde der Milzbrand-Erreger jedoch in keinem der zurückgerufenen Produkte nachgewiesen. Experten halten eine Infektion der Tiere mit dem Erreger ohnehin für wenig wahrscheinlich, diese könne aber nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, so das BVL auf seiner Website.

Milzbrand (Anthrax) ist in Deutschland sehr selten. Die Infektionskrankheit befällt typischerweise Tierbestände, vor allem Paarhufer wie Rinder oder Schafe. Übertragung auf Menschen ist möglich, doch gefährdet sind in erster Linie Risikogruppen wie Züchter oder Tiermediziner. Im konkreten Fall sei nur von einer geringen Gefährdung auszugehen, so die Behörden.

Milzbranderreger spielten eine zentrale Rolle bei der Brief-Anschlagserie (Anthrax Attacks) in den USA wenige Wochen nach dem 11. September 2001, als Briefe mit Milzbrandsporen an mehrere Nachrichtensender und Senatoren verschickt wurden. Damals entwickelten 22 Menschen eine Milzbrand-Infektion, fünf starben an den Folgen.

www.bvl.bund.de


www.lebensmittelwarnung.de




stats