GV-Kongress

Viel Lernstoff für die nächsten Jahre

Rund 200 Entscheider aus der Gemeinschaftsgastronomie erhielten auf dem Branchenevent zur Internorga einen spannenden Einblick in die Welt von morgen. Im Fokus: Wie tickt der Gast von morgen in einer globalisierten, digitalisierten Welt?

Über den Megatrend Gesundheit und seine Bedeutung für die Branche referierte zum Auftakt Trendcoach Corinna Mühlhausen. „Heute ist Gesundheit längst mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Sie wird zum Synonym für ein neues Lebensgefühl und die Leistungsfähigkeit im Alltag“. Sie zeigte in vielen Bildern die Entwicklung der Digitalisierung auf den Alltag der Menschen. Alles wird transparenter und schneller, wenn es um Essen und Trinken geht.

Zahlen in „Markt – Einkauf – Angebot“ nahm anschließend Burkart Schmid ins Visier: „Im Außer-Haus-Konsum 2016 lagen die Ausgaben des Gesamtmarktes bei 74,4 Mrd. Euro. Das sind +3,1 Prozent im Vergleich zu 2015. Schmid: „Aber die Nachfrageströme ändern sich.“ Dass die Umsatzanteile moderner Liederdienste steigen, bestätige diese Entwicklung. „Arbeit im Wandel“ bedeute, dass weniger Menschen zukünftig noch zwischen 12 und 14 Uhr essen wollen. Schmid: „Die Branche muss sich auch mit den Erfolgen der Fast Casual-Konzepte – Motto „frisch + schnell + schön“ – beschäftigen, um attraktiver zu werden.“ Das Beispiel Dave B. in Berlin (Betreiber ist Sodexo) zeige das gesamte Spielfeld auf.

Im zweiten Teil seines Vortrags beleuchtete Schmid das Einkaufsverhalten in der GV-Branche. Die Learnings dabei: Einkaufskriterien sind zuerst top Qualitäten, eine hoher Frischegrad und Nachhaltigkeit. Dabei wichtig, dass die Produkte aus der Region kommen. Für diese ist der Gast mit steigender Akzeptanz bereit, einen höheren Preis zu zahlen, vorausgesetzt, die Qualität stimmt. „Üppige Salatbars, ein hoher Frischegrad und vegetarische/vegane Produkte ohne Gentechnik bestimmen die Angebotspolitik der Zukunft.“ GV-Betriebe sollten möglichst jedem Gast ein individuelles Angebot offerieren, das kompatibel mit seinem individuellen Lifestyle ist.


Einen Sichtwechsel hin zur Kommunikation mit den Gast nahm Kurt Frehe vor, Geschäftsführender Gesellschafter, Chefs Community GmbH, Hamburg. Sein Referat „GV@online“: „Dienstleistungen und Produkte müssen transparenter, steuerbarer und automatisierbarer werden. Dann verschaffen sie einem Gastronomiebetrieb durchaus Wettbewerbsvorteile.“ Die Kommunikation mit Kunden und Gästen kann durch die Digitalisierung die Beziehungen optimieren. Das bedeutet, mehr Kunden zu gewinnen und die Frequenz ihrer Besuche ebenso zu erhöhen wie ihre Ausgaben. Sein Fazit: „Social Media ist keine Frage der Technologie, sondern eine Frage der Haltung gegenüber Menschen.“

Im Anschluss wurden die Preisträger des Wettbewerbs „Beste GV-Aktion 2016“ ausgezeichnet.
„Es geht auch ohne Fleisch“ – dafür steht der energiegeladene Björn Moschinski durch seine eigene, seit 1994 währende Lebensweise. Mit einem geballten Schatz an Erfahrungen informierte der Unternehmensberater, Vegankoch und Autor anschaulich, wie man auch in der GV seinen Gästen neue Menüideen schmackhaft machen kann. Sein Einstieg: „Vegan bedeutet nicht radikal! Es ist auch kein Hype, sondern eine Entwicklung, denn Alternativen zu Fleisch und Fisch können völlig neue Geschmackserlebnisse bedeuten.“ Eingängige Logos auf den Speiseplänen sollten dabei das Wort vegan ersetzen, um keine Vorbehalte aufzubauen.

Mit „Begeisterung“ schloss Otmar Kastner die Powerveranstaltung ab: „Sie ist der Schlüsselfaktor für Erfolg und die treibende Kraft in Wirtschaft und Gesellschaft.“ Der Wirtschaftskabarettist brachte auf (s)eine ganz eigene Art mit Witz, Ironie und Satire den Faktor Bewusstsein ins Spiel. Seine Botschaft „Entscheide mit Lust! Gewinnen bedeutet, keine Angst vorm Verlieren zu haben.“ Ein toller Abschluss für eine spannende Veranstaltung.

Petra Mewes(MEW)/Redaktion gv-praxis

www.internorga.de

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