Volle ‘Betten‘ im CocoonClub, Frankfurt/M.

Es funktioniert vorzüglich: Das Bed Restaurant ‘Silk‘ im neuen CocoonClub ist von Dienstag bis Samstag ausgebucht. Die rd. 50 (Liege-)Plätze verteilt auf 190 qm sind seit der Cluberöffnung vor drei Wochen heiß begehrt. Wer nicht zeitig reserviert, der hat keine Chance: auf einer der acht großzügigen Matratzen im Stil des weltberühmten Supper Clubs mit exquisiten Speisen und Getränken verwöhnt zu werden.



Essen im Liegen feiert nun auch in Frankfurt am Main Auferstehung - in edlem Weiß, mit changierendem Licht zu fernöstlichen Klängen und einem 4-Gänge-Menü, das wöchentlich wechselt. Die kulinarischen Sensationen aus der europäisch-asiatischen Sterneküche sind gleichermaßen experimentell wie bodenständig: z.B. fühlen sich Babycalamari wohl zwischen Wurzelgemüse und Büffelmozzarella. Der Preis für die edlen Hochgenüsse in der Horizontalen: 69 EUR/Person. Im Micro, dem zweiten Restaurant-Konzept des Clubs, speist es sich etwas günstiger, aber nicht weniger asiatisch inspiriert. Sushi gibt es ab 6 EUR, Ochsenbackerl Gulasch & Topfenspätzle kosten 14 EUR. Hauptattraktion des innovativen Zwitters aus Restaurant und kleinem Club mit seinen 310 qm ist die verglaste Showküche, die sich zwischen dem kubisch geformten Mobiliar aus Edelholz breit macht.



Beide Küchen verantwortet Mario Lohninger. Der gerade mal 30-jährige Spitzenkoch aus Österreich ist jedoch nicht nur Küchenchef. Als einer von drei Gesellschaftern des Cocoons bekennt er sich zu einem Projekt, das "noch nie da gewesene visuelle, musikalische und kulinarische Partyerlebnisse" bietet. So zumindest der Anspruch, dem Hauptgesellschafter und Betreiber Sven Väth mit diesem Palast der Exzesse für Auge, Ohr und Gaumen gerecht werden will. Dass Väth sich für Frankfurt und gegen Berlin entschied, liegt wohl auch daran, dass seine Karriere hier begann. Der fast 40-Jährige Techno-Pionier und -Papst stammt aus Obertshausen (Offenbach); von 1990-1998 schrieb er mit dem legendären Konzept Omen bereits Clubgeschichte in Mainhattan. Damals schon Mitstreiter: Matthias Martinsohn, der Dritte im Nest.



Mindestens vier Jahre Planung und mehr als acht Monate Arbeit stecken drin, in dem Club, der momentan als einer der teuersten der Welt gehandelt wird. Die Investition für den durch und durch designten Musik- und Gourmettempel soll im zweistelligen Millionenbereich liegen; über die genaue Summe schweigt sich das Gesellschafterttrio aus. Gerüchte, denen zufolge ein milliardenschwerer amerikanischer Mäzen mit von der Sponsorpartie ist, dementiert es heftig. Fakt ist, dass das Cocoon im Frankfurter Ostend (nicht allzu weit entfernt von der Clubgröße King Kamehameha) von innen wie außen ein außergewöhnliches Bild abgibt. So hat sich der Club im Industriegebiet Hanauer Landstraße im Erdgeschoss des U.F.O eingenistet, einem prägnanten dreieckigen Gebäude der Goldman Unternehmensgruppe. Eine in Beton gegossene Vision von einer schönen neuen Clubwelt, echot die Publikumspresse. Andere sprechen vom Lebenswerk eines fast 40-jährigen Weltstars der Musikszene, der es noch einmal wissen will. Zum Leben erweckt hat die Avantgarde-Architektur der Superlative die Designschmiede 3deluxe aus Wiesbaden. Das interdisziplinäre Team aus Designern & Architekten machte mit unkonventionellen Entwürfen und Projekten in den letzten Jahren immer wieder von sich reden. Zu ihren Referenzprojekten zählen u.a. Inszenierungen auf der Expo 2000 sowie die Ruhelounge auf der Berliner Biennale.



Das Interieur des Cocoons ist vor allem inspiriert durch Vorbilder aus der Natur (z.B. Unterwasserwelten), charakteristisch sind die ineinander fließenden Nutzungsmöglichkeiten der Räume. Beispiele für atemberaubende und ohrenbetäubende Details: Eine doppellagige Membranwand bildet den Hintergrund für 360-Grad-Surroundprojektionen im großen Club, 13 verglaste Lounge-Kapseln gewähren intime Augenblicke inmitten von bis zu 1.000 Gästen, und 3m über der Tanzfläche schwebt die imposante weiße DJ-Kanzel (mit Dusche und WC). Gigantismus soweit das Auge reicht, denn die Latte, die man überspringen will, liegt hoch: Frankfurt am Main zum internationalen Mekka der Musikavantgarde krönen. Und das ohne elitär zu sein. ’Don’t be afraid to come’ heißt die Devise. Angesprochen fühlen sollen sich sowohl Clubgänger (von Business-People bis Raver) als auch Gourmetfreunde und Designfans. Von Dienstag bis Donnerstag hat der große Clubraum frei und der Eintritt ist es auch. Dann ist das Restaurant-Bar-Club-Konzept Micro Mittelpunkt des Geschehens, das an jedem Wochentag unter einem anderen musikalischen Motto steht.



Freitags & samstags, wenn all die Großen und Newcomer der DJ-Szene auf der Kanzel Techno, House und mehr predigen, kostet der Eintritt 20 EUR.

www.cocoonclub.net

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