Weiterhin verhaltene Stimmung im deutschen Hotelmarkt

Seit fast eineinhalb Jahren halten die kontinuierlichen Rückgänge beim Logisumsatz pro verfügbarem Zimmer im deutschen Hotelgewerbe an. Dieser Trend setzt sich vor allem bei der Stadthotellerie fort. Hotels in den Ferienregionen freuen sich diesen Sommer dagegen wieder über einen Zuwachs beim Logisumsatz pro verfügbarem Zimmer und behaupten sich damit entgegen der schwachen gesamtwirtschaftlichen Situation. Diese Ergebnisse präsentierte das Beratungsunternehmen Deloitte & Touche auf der 6. Internationalen Fachmesse für Gewerbeimmobilien, Expo Real in München. Anlässlich des Themenschwerpunkts der Immobilienmesse „Hospitality Industry“ stellte Deloitte & Touche die neuesten Zahlen zur Entwicklung des deutschen Hotelmarktes vor. Das regelmäßig durchgeführte HotelBenchmark Survey analysiert monatlich über 700 deutsche Hotels mit fast 120.000 Zimmern hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Der Hotelmarkt Deutschland weist im Zeitraum von Januar bis August 2003 im Vergleich zum Vorjahr negative aufgelaufene Jahreszahlen aus. Die Hotels mussten einen Rückgang in der Belegung um 1,1 Prozent hinnehmen. Die durchschnittliche Zimmerrate sank um 5,1 Prozent, der RevPar (Logisumsatz pro verfügbarem Zimmer) sogar um 6,1 Prozent. Betrachtet man den gleichen Zeitraum in 2003 im Vergleich zu 2002 realisierten von 24 beobachteten Städten nur drei ein positives RevPar Wachstum. Lediglich die Städte Hannover, Leipzig und Rostock konnten sich im schwierigen Marktumfeld behaupten. Nach Ansicht von Michael Müller, verantwortlicher Director der „Hospitality Industry“ von Deloitte & Touche in Deutschland, „wird die Stadthotellerie im gehobenen Preissegment vor allem in Ballungszentren auch weiterhin unter den vorhanden Überkapazitäten leiden“. Über positivere Ergebnisse können sich die Hotels in den Ferienregionen freuen. Der Vergleich der deutschen Feriengebiete mit den gesamtdeutschen Zahlen (inklusive deutsche Feriengebiete) ergibt für die Sommermonate Juni bis August 2003 mit 74 Prozent eine weit über dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 58 Prozent liegende Belegungsrate. Die durchschnittliche Zimmerrate der Urlaubshotellerie liegt mit 82 Euro deutlich über der durchschnittlichen Zimmerrate der gesamtdeutschen Hotellerie von 70 Euro. Auch der RevPar erfuhr in den Ferienregionen mit 61 Euro ein erfreuliches Plus, der gesamtdeutsche RevPar hingegen lag im Durchschnitt bei 40 Euro. Die Zahlen machen im Ergebnis deutlich, dass deutsche Hotels allgemein Einbußen in Belegung, durchschnittlicher Zimmerrate und RevPar hinnehmen mussten, während die Urlaubshotellerie in Deutschland Zuwächse im RevPar verzeichnete. Diese positive Entwicklung spiegelt den Trend wieder, dass sich wieder mehr Menschen zum Urlaub in Deutschland entscheiden. Der Super-Sommer 2003 hat neben der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage und den weltweiten Verunsicherungen zu dieser Entwicklung beigetragen. Auf den gesamten deutschen Hotelmarkt bezogen, zeigen die Analyseergebnisse saisonbereinigt und beruhend auf einer konstanten Hotelbasis (Januar 1999 bis August 2003), dass sich seit Juli 2002 unter monatlicher Betrachtung im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr Rückgänge im RevPar um die sechs Prozent ergeben haben. Julia Felton, Executive Director des HotelBenchmark Teams, interpretiert die Lage: „Wir können von Glück reden, dass die Rückgänge nicht noch stärker waren. Im gesamten Hotelmarkt herrscht noch immer ein negativer Trend. Besonders die Stadthotellerie leidet bis auf einige erfreuliche Ausnahmen, wie beispielsweise Rostock, weiterhin unter negativen Entwicklungszahlen. Doch auch die Ferienhotellerie konnte sich über ihr gutes Abschneiden freuen.“


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