Wie wird die Welt im Jahr 2050 ernährt?

In weniger als 40 Jahren werden 9 Milliarden Menschen unsere Erde bevölkern. Mit derzeitigen Modellen ist ihre Versorgung kaum möglich. Wie ein globales Nahrungsmittelsystem für die Weltbevölkerung aussehen könnte, beschreiben Marion Guillou und Gérard Matheron im aktuellen Buch ‚The World's Challenge, Feeding 9 Billion People’.

Unser Planet ist quantitativ dazu in der Lage, seine 7 Milliarden Bewohner zu ernähren, und dennoch leiden eine Milliarde Menschen an Hunger, während 1,4 Milliarden andere Übergewicht haben. Dieses Ungleichgewicht könnte sich im Jahr 2050 noch drastischer abzeichnen, wenn wir voraussichtlich die 9-Milliarden-Schwelle überschreiten werden. Wird die Erde in der Lage sein, all diese Frauen und Männer zu ernähren, wenn die Ressourcen knapp werden und der Klimawandel die globalen Nahrungsmittelsysteme ernsthaft bedroht? Diesen Monat haben Marion Guillou, Präsidentin des Nationalen Französischen Instituts für Agrarforschung (INRA), und Gérard Matheron, Präsident der Internationalen Kooperative für Agrarforschung und -entwicklung (CIRAD), das Buch The World's Challenge, Feeding 9 Billion People veröffentlicht.

Das Buch liefert eine optimistische Antwort in Bezug auf diese Herausforderung: Ja, es ist möglich, die 9 Milliarden Menschen, die unseren Planeten in weniger als 40 Jahren bevölkern werden, mit hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen jedoch alle Beteiligten – Landwirte, Politiker oder normale Bürger – so schnell wie möglich mobilisiert werden, damit wesentliche Änderungen an den derzeitigen Agrar- und Lebensmittelmodellen vorgenommen werden.

„Den Planeten ernähren". Hinter diesem Begriff verbergen sich kolossale Herausforderungen. Zunächst einmal müssen wir uns darüber klar werden, wohin die Reise geht. „Wenn dieses Buch dazu beitragen kann, dass ein Bewusstsein entsteht, hat es bereits einen Teil seiner Mission erfüllt“, sagt Marion Guillou.

Die aktuelle Publikation baut auf den Empfehlungen auf, die den Entscheidungsträgern im vergangenen Dezember von der Kommission für nachhaltige Landwirtschaft und Klimawandel (CGIAR), deren Vorsitzender Lord Beddington ist und der Marion Guillou angehört, vorgelegt hat.

Marion Guillou ist seit 2004 Präsidentin des INRA. Sie hat einen Doktortitel in physikalischer Chemie und ist IGREF-Technikerin (städtische Ingenieurwissenschaft, Wasser, Forstwirtschaft). Gérard Matheron ist seit 2010 Präsident der CIRAD. Er ist Tiergenetiker und ein anerkannter wissenschaftlicher Mitarbeiter des INRA, wo er seine Karriere begann.

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