Wiedeking mit Gastro-Start in allen Schlagzeilen

Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird Pizzabäcker und will, wie Vapiano, seine systemgastronomische Formel schnell ausrollen. So stand’s in den letzten Tagen groß in vielen Publikumsmedien (Online und Print), losgetreten durch die aktuelle Ausgabe vom Manager-Magazin. Immer dann, wenn Prominenz in der Gastronomie unternehmerisch einsteigen will, kriegt die Branche viel Aufmerksamkeit, lange, bevor es los geht.

Fakt ist: Das Konzept trägt den Namen Vialino und hat Pasta und Pizza im Sortimentsschwerpunkt. Die Homepage offeriert vorerst hauptsächlich Jobs. Premiere soll Ende Dezember in Ludwigshafen sein, wenig später eine nächste Eröffnung in Zürich. Auch Heidelberg, Karlsruhe und Frankfurt werden bereits als Standort-Städte genannt - geplant sind 50 Restaurants bis 2017. „Die Idee von Vialino: Der Brückenschlag zwischen italienischer Ursprünglichkeit und moderner Lebensart. Geboten werden authentische italienische Küche mit höchster Frische und Qualität mit exzellentem Service.“

Projektleiter für Deutschland, Österreich und Schweiz ist Andreas Vogel. Der 39-Jährige war zuvor Geschäftsführer in der Hamburger Block Gruppe (Block Bräu, eröffnet im April 2012), Restaurantleiter/-manager bei der SSP Airport Gesellschaft Frankfurt und Serviceleiter/F&B-Manager bei Sarah Wiener in Berlin.

Natürlich wird da schnell klar, in welchem Wettbewerbsgefüge der frühere Porsche-Chef seine neue Zukunft sieht.

Und der Name Vialino hat spätestens auf den 2. Blick starke Ähnlichkeit mit Vapiano, dazu Vapianos Vorstandsvorsitzender Gregor Gerlach: „Aktuell existiert erst eine halbfertige Internetseite. Aber natürlich werden wir uns das genau anschauen, doch es gibt keinen Grund zur Panik. Wir haben in zehn Jahren schon viele Nachahmer entdeckt und erlebt, dieses Mal steht eben ein prominenter Name dahinter.“ Bei Einhaltung der Rechtsregeln will er’s sportlich sehen.

Ähnlich sehen es die L’Osteria-Unternehmer Klaus Rader und Friedemann Findeis. Mit ihnen ist Wiedeking vor eineinhalb Jahren schon mehrfach am Tisch gesessen. Sie wollten ihn als weiteren Gesellschafter nicht, eine Development-Partnerschaft kam ebenfalls nicht zustande.

Fest steht heute, der 60-Jährige will unbedingt auf der massenpopulären Restaurant-Rennstrecke mitmischen. Und zwar mit einem eigenen Konzept. Und natürlich sieht er Vialino nicht als Vapiano-Plagiat, denn die Atmosphäre werde rustikaler sein, außerdem handelt es sich um eine Formel mit Service am Tisch – der L’Osteria-Weg. Dort fühlt man sich getäuscht, aber sieht in erster Linie, wie viele kapitalgetriebene Neustarts in den letzten Jahren schnell wieder verschwunden sind. Weil Kapital zwar wichtig ist, sogar sehr wichtig, aber andere Erfolgskriterien in dieser Branche hochrangiger sind und aus einer kulinarischen Idee dann eine Marke werden lassen. „Das ist etwas anders als mit Telekom-Stores.“

Wiedeking hat geschaut, analysiert und definitiv Lust auf ein eigenes Business. Der Westfale, promovierter Maschinenbauer, war von 1993 bis 2009 Chef beim Sportwagenhersteller Porsche, hat diesen zum profitabelsten Autoproduzenten der Welt gemacht, um anschließend im Machtkampf gegen den Porsche-Aktionär und VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piech zu verlieren. Seine Abfindung betrug 50 Mio. Euro – er berät und investiert.

www.vialino.de




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