Wienerwald durch Insolvenzplan saniert

Die Gläubiger des traditionsreichen Münchner Hendlspezialisten haben am 27.11.2003 dem von den Schuldnern vorgelegten und vom Insolvenzverwalter Eckhart Müller-Heydenreich befürworteten Insolvenzplan mit einer Quote von 100 % der 473 abstimmenden Gläubiger und einer Quote von 100 % der Summe der an der Abstimmung teilnehmenden Ansprüche zugestimmt. Größter Gläubiger: das Arbeitsamt (Insolvenz-Ausfall-Geld).



In diesem Termin erfolgte zugleich die gerichtliche Bestätigung des Insolvenzplans. Damit ist die wesentliche Voraussetzung für die Rettung des Unternehmens geschaffen. Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens wird Mitte 2004 gerechnet. Damit wäre das erste Insolvenzplanverfahren eines größeren Unternehmens in München unter der neuen Insolvenzordnung erfolgreich durchgeführt worden. Von den 470 Arbeitsplätzen des Unternehmens konnten so 200 in der Wienerwald AG und über 100 im Rahmen neuer Franchisebetriebe erhalten werden.



Bei Erfüllung des Planes über einen Zeitraum von 3 Jahren werden die Gläubiger unter Einbeziehung der weiteren Quotenzahlung aus dem vom Insolvenzverwalter verwalteten Vermögen mit einer Quote von rund 20 % rechnen können.

Zwei Sätze zu den Schuldnern: Alleingesellschafterin der Schuldnerin ist die DÖ Beteiligungsges. mbH, Wien. Sie wiederum gehört der Altacon AG, Düsseldorf.

Die Wienerwald AG hatte am 13. Juni 2003 wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag stellen müssen. Ausschlaggebend war vor allem der konjunkturell bedingte weitere Umsatzrückgang im Verlauf des Jahres 2003, eine größere Anzahl von nach wie vor unrentablen Betrieben sowie eine zu kostenintensive Hauptverwaltung. Dort verbleiben neben dem Vorstand Alfons Buhr noch drei Mitarbeiter. Alle anderen Aufgaben werden ausgelagert.



Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wurden von den ursprünglich 34 eigenen Betrieben 12 an Franchisenehmer übertragen und acht nicht rentable Betriebe geschlossen. 14 Betriebe werden als Eigenbetriebe weitergeführt. Die Anzahl der Franchisebetriebe erhöht sich auf insgesamt 50. Zum Jahresende 2002 zählte die Marke in Deutschland insgesamt noch 78 Outlets. Der Umsatz des Systems betrug im letzten Jahr knapp 45 Mio. €.

Mit dem bereits vor der Antragstellung geplanten Start des Heimlieferservice wird im Dezember 2003 begonnen.

Insgesamt rechnet die Wienerwald AG für 2004 unter Einbeziehung aller Franchisebetriebe mit einem Umsatz von über 40 Mio. €. Die bereits vor der Insolvenzantragstellung aufgenommenen Gespräche mit Investoren, die der Gesellschaft frisches Kapital zur Stabilisierung der Marktsituation und zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder zuführen sollen, werden fortgeführt. Der Vorstand geht davon aus, dass diese Gespräche im ersten Halbjahr 2004 erfolgreich abgeschlossen sein werden.

www.wienerwald.de

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