Bäckerhandwerk

Will mehr junge Menschen für Ausbildung begeistern

Knapp 19.000 Auszubildende vermeldete das Deutsche Bäckerhandwerk für das Jahr 2015. Seit 2007 – mit etwa 37.000 Auszubildenden einem vorläufigen Rekordjahr – hat sich ihre Zahl somit drastisch verringert. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks stellt Maßnahmen vor, wie mehr junge Menschen für die Branche begeistert werden können.

Als Gründe für die Nachwuchssorgen nennt der Verband in seiner Mitteilung zum einen den demografischen Wandel, welcher branchenübergreifend für einen Arbeitskräftemangel sorgt. Zum anderen gebe es einen Trend zur Akademisierung, denn immer mehr junge Menschen gehen studieren. Hinzu kommt, dass das Bäckerhandwerk mit einem großen Imageproblem zu kämpfen hat: frühes Aufstehen, körperliche Arbeit, rauer Umgangston, schlechte Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten sind die gängigen Vorurteile, die gegenüber dem Berufsbild gehegt werden.

Dieses Bild möchte Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks e.V., verändern und bringt die aktuelle Lage auf den Punkt: „Das Handwerk steht aktuell vor einer seiner größten Herausforderungen: den Nachwuchs für sich zu begeistern.“

Eine Berufslaufbahn im Bäckerhandwerk habe allerdings viel zu bieten, beispielsweise einen sicheren Arbeitsplatz und somit ein gesichertes Einkommen, eine kreative Tätigkeit, für die es körperliches und geistiges Geschick erfordert, täglichen Kundenkontakt und eine ausgewogene Work-Life-Balance. Berufseigenschaften, die vielen jungen Menschen heute ebenfalls sehr wichtig sind.

Gezielt arbeitet der Zentralverband daran, diese Botschaften zu kommunizieren und das Bäckerhandwerk durch erweiterte Berufsperspektiven und Verdienstmöglichkeiten für die Zukunft zu rüsten. So gibt es neue Aufstiegsmöglichkeiten im Verkauf, die unter anderem als Qualifizierung für zunehmend gesuchte Filialleitungen dienen, und mit der Weiterbildung zum Brot-Sommelier spannende, erweiterte Einsatzmöglichkeiten für Bäckermeister.

„Angesichts des knappen Nachwuchses ist es wichtig, dass die Bäckereibetriebe sich als attraktive, zukunftsorientierte Arbeitgeber präsentieren, ihr eigenes Image kreieren und versuchen, positiv aufzufallen“, empfiehlt Susanne Fauck, Leiterin der Werbegemeinschaft des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. Unerlässlich dabei, sich der heute gängigen Kommunikations- und Informationskanäle zu bedienen: Online und Social Media. Neben den klassischen Offline-Akquisemaßnahmen wie Informationsflyern, Postern, Aufklebern, T-Shirts und Schürzen, die über das Aktionsbüro der Werbegemeinschaft bezogen werden können, sollte daher eine ansprechende, informative Online-Präsenz in Form einer eigenen Website und nach Möglichkeit sogar eines Facebook-Accounts Pflicht sein.

Gefragt ist der persönliche Einsatz des Bäckers durch das Angebot von Praktika und die Teilnahme an regionalen Berufsmessen oder Informationsveranstaltungen an Schulen. Vorrang vor allem anderen hat jedoch die Empfehlung als guter Ausbildungsbetrieb via Mundpropaganda. Gerade lokal spielt sie die wichtigste Rolle.

Ein zentrales Instrument für die aktive und zeitgemäße Ansprache von Azubis stellt der Zentralverband mit der Nachwuchskampagne ‘Back Dir Deine Zukunft‘ zur Verfügung. Sie bietet online auf mehreren Kanälen (Website: www.back-dir-deine-zukunft.de und Facebook: https://www.facebook.com/backdirdeinezukunft) umfassende Informationen rund um die Berufsbilder im Bäckerhandwerk und zeigt, wie cool, engagiert und erfolgreich der Nachwuchs im Bäckerhandwerk ist.

Die Internetpräsenz der Kampagne bietet eine bundesweite Online-Stellenbörse, in der sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitsuchende inserieren können. Mit aktuell fast 156.500 Likes ist die kampagnenzugehörige Facebook-Seite übrigens die erfolgreichste Social Media-Präsenz eines deutschen Verbands und somit offenkundig erfolgreich in der Verbreitung der Botschaft, dass das Bäckerhandwerk doch so einiges zu bieten hat.

www.baeckerhandwerk.de


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