Yotel - Schlafzellen zum Abheben

Nach seinem ersten Flug in der Businessklasse wusste Simon Woodroffe: "Derjenige, der diesen Sessel entworfen hat, soll auch mein Hotel entwerfen." Am Ende konnte der britische Unternehmer für die Ausgestaltung seines Yotel mit dem Unternehmen Priestman Goode tatsächlich jenes Designbüro gewinnen, das schon die Kabinen des Super-Airbus A 380 entworfen hat. Im kommenden Jahr soll nun in der Londoner Innenstadt der erste Vier-Sterne-Betrieb dieses futuristischen Beherbergungskonzepts mit 200 Zimmern an den Start gehen. Woodroffe, der schon mit seiner 1997 lancierten Gastro-Marke YO! Sushi den englischen Markt aufmischte, hat sich neben Flugzeugen außerdem die winzigen japanischen Kapselhotels zum Vorbild genommen. Die fensterlosen Zimmer mit Bad messen jeweils knappe zehn Quadratmeter. Für 70 Pfund (105 Euro) pro Nacht finden Geschäftsleute auf Reisen eine Ausstattung auf höchstem technischen Niveau vor. So verfügen die Zimmer zum Beispiel über in Wände eingelassene Plasma-Fernsehbildschirme, rotierende Betten und kabellosen Internet-Zugang. Die Türen öffnen sich mit dem zuvor an der Rezeption gespeicherten Fingerabdruck des Gastes.

Was die Standortmöglichkeiten des Yotel betrifft, will Woodroffe völlig neue Wege gehen: Die Mini-Zimmer sollen an Orten entstehen, an denen die Grundstückspreise am höchsten sind. "Unser Konzept kann am Flughafen verwirklicht werden, auf Supermarktparkplätzen und Hausdächern oder sogar in einer Brücke", erklärt der ehemalige Veranstalter von Rockkonzerten. Ermöglicht werden soll diese Freiheit durch ein innovatives Lichtsystem, das den Gast durch ’Fenster’ in künstlich beleuchtete Gänge blicken lässt und sich so an bisher ungenutzten Standorten ins Umfeld einfügen kann.

Mit dem Franchisesystem YO! Sushi ist Woodroffe in England insgesamt 17 Mal (14 in London), in Griechenland dreimal und in Dubai mit einem Lokal vertreten.

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