Zimmerpreise erwachen aus dem Winterschlaf

Der europäische Hotelmarkt kommt langsam wieder in Schwung und mit ihm die Zimmerpreise.

Dies geht aus der aktuellen Ausgabe des American Express European Corporate Travel Index (ECTI) hervor, der vierteljährlich die Entwicklung der Hotelpreise in Europa analysiert. Nachdem der Preisauftrieb im 4. Quartal 2001 durch die Anschläge in den USA und die schwache Wirtschaftslage gebremst wurde, ziehen die europäischen Zimmerpreise nun wieder an.

Insgesamt stiegen die Übernachtungskosten für Budget- und Mittelklassehotels in Westeuropa im Quartalsvergleich um 2,1 Prozent beziehungsweise zwei Prozent. Bei den Hotels der gehobenen Kategorie betrug der Preisanstieg 3,1 Prozent. Insgesamt ist das 1. Quartal 2002 deutlich positiver verlaufen als die zweite Hälfte des vergangenen Jahres, in der die Steigerung in der unteren und mittleren Kategorie lediglich bei 0,3 Prozent und in der oberen bei 0,6 Prozent lag. Im Jahresvergleich zeigt sich ein stabiles Wachstum in allen Kategorien: 2,3 Prozent in der unteren, 3,2 Prozent in der mittleren und 4,2 Prozent in der gehobenen Kategorie. Auch in Deutschland sind die Hoteltarife im Quartalsvergleich gemäß dem europäischen Trend insgesamt gestiegen. Mittelklassehotels konnten ein Plus von 1,7 Prozent verzeichnen, Budgethotels konnten ihre Preise um 3,3 Prozent anheben. Im Jahresvergleich verteuerten sich die Übernachtungen in Deutschland in Mittelklasse und Hotels der gehobenen Kategorie um 2,2 Prozent bzw. 2,9 Prozent. In der unteren Kategorie sanken die Preise um 0,8 Prozent.

Allerdings fallen die Preissteigerungen in den einzelnen deutschen Städten sehr unterschiedlich aus. Besonders stark war nach Ergebnissen der Erhebung Frankfurt am Main vom Preisverfall betroffen. Während die Zimmerraten für Mittelklassehotels im ersten Quartal 2002 um magere 0,5 Prozent im Vergleich zum 4. Quartal 2001 und 2,7 Prozent im Jahresvergleich steigen, sanken die Übernachtungspreise in gehobenen Hotels in Frankfurt um 10,2 Prozent gegenüber dem vergangenen Quartal. Im Vergleich zum gesamten Vorjahr kosteten die Übernachtungen in diesem Segment sogar 10,9 Prozent weniger. Einen deutlichen Preisanstieg gab es bei den Berliner Niedrigpreishotels: Gäste mussten 11,3 Prozent mehr zahlen als im vorherigen Quartal (plus 11,7 Prozent im Jahresvergleich). Den Preisauftrieb in westeuropäischen Hotels erläutert Kaveh Atrak, General Manager und Vice President Corporate Travel bei American Express: "Die anpassungsfähigen und kreativen Marketingstrategien sowie die Verbesserung des Angebots für Firmen-Events und Meetings haben den europäischen Hotels einen Vertrauensbonus eingebracht."

Die Erholung des europäischen Marktes wird vor allem im Vergleich zu dem immer noch gedämpften nordamerikanischen Markt deutlich. Zwar haben die nordamerikanischen Mittelklassehotels mit einem Preisanstieg von 0,3 Prozent im Vergleich zum vergangenen Quartal das Schlimmste überstanden. Die Preise für Hotels der unteren und gehobenen Kategorie sanken dagegen jedoch um 3,4 Prozent bzw. zwei Prozent. "Der amerikanische Hotelmarkt hat nicht schnell genug auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert. Der dortige Reisemarkt erholt sich nur langsam. Vor allem New York hat immer noch zu kämpfen", so Atrak. In New York liegt der Rückgang der Hotelpreise zwischen 20,8 Prozent für die niedrigen und 10,4 Prozent für die gehobenen Segmente.
stats