Seniorenverpflegung

Zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse im Angebot

Nur die wenigsten Senioreneinrichtungen servieren ihren Bewohnern maximal dreimal pro Woche Fleisch und mindestens dreimal täglich Gemüse, wie es der DGE-Qualitätsstandard fordert. Auch Fisch aus nachhaltiger Fischerei landet noch viel zu selten auf dem Teller. Zu diesem Ergebnis kommt ein bundesweites Forschungsprojekt, das gemeinsam umgesetzt wurde vom Institut für Biomedizin des Alterns der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Das Projekt liefert erstmals umfangreiche Informationen über die Verpflegungssituation in deutschen Seniorenheimen sowie zur Bekanntheit, Verbreitung und Akzeptanz des DGE-Qualitätsstandard. Die Studie ist Teil des 13. DGE-Ernährungsberichts und wurde von der DGE mit Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Auftrag gegeben.

DGE-Standard vielen Einrichtungen bekannt

Danach ist der DGE-Qualitätsstandard einem Großteil der an der Untersuchung teilgenommenen Seniorenheime bekannt, so die positive Botschaft. Auch erfüllen viele Einrichtungen bereits die Kriterien des Standards hinsichtlich eines unbegrenzten Tafel- oder Mineralwasserangebots und bieten ihren Bewohnern täglich mindestens zwei Milchprodukte an. Allerdings tischen die Einrichtungen noch zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse auf, resümieren die Autoren der Studie.

„Heime, die den DGE-Qualitätsstandard kennen, erfüllen häufiger die Empfehlungen für die Angebotshäufigkeit von Getreide- und Vollkornprodukten, Obst und Fisch und verwenden öfter Rapsöl als Standardöl“, sagt die Leiterin der Studie, Prof. Dorothee Volkert vom Institut für Biomedizin des Alterns an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Auch vegetarische Kost werde von diesen Heimen auf Anfrage häufiger angeboten.

Die Ergebnisse der Studie sind in der Vorveröffentlichung zum 13. Ernährungsbericht, Kapitel 3, online als kostenfreie pdf-Datei erhältlich. Aktuell werden in Deutschland rund 29 Prozent der Pflegebedürftigen vollstationär in Heimen versorgt – mit steigender Tendenz.

www.dge.de


stats