Weltschulmilchtag

Zuckerfreie Milchprodukte gefordert

Anlässlich des heutigen Weltschulmilchtages fordern die Deutsche Diabetes-Hilfe (DiabetesDE), die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) an Schulen und Kits ausschließlich ungezuckerte Milchprodukte auszugeben. Generell befürwortet das Bündnis den Weltschulmilchtag.

Milch sei ein gesundes Nahrungsmittel, allerdings hätten gesüßte Milchprodukte in Kitas und Schulen nichts zu suchen, sagt Professor Dr. med. Thomas Danne, Pädiater und Vorstandsvorsitzender von DiabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Das europäische Schulmilchprogramm gibt es bereits seit über 30 Jahren. Ziel des Programms ist es, Übergewicht und Mangelernährung zu verringern und die Essgewohnheiten der Kinder nachhaltig zu verbessern.

3 Millionen Kinder profitieren vom Programm

Nach Informationen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft profitieren heute rund 3 Millionen Kinder von einer 10-prozentigen Bezuschussung für eine tägliche Portion Milch bzw. eines Milchproduktes. Häufig handelt es sich bei den meist subventionierten Erzeugnissen jedoch um gesüßte Milchgetränke, wie Schoko- und Erdbeermilch, außerdem werden auch gesüßte Joghurts verkauft.

Bis zu 7 Prozent Zucker dürfen zugesetzt werden

DiabetesDE, DDG und DAG sehen es kritisch, dass die Milcherzeuger im Rahmen des Programms nur die positiven ernährungsphysiologischen Wert der Milch herausstellen und es den Kindern überlassen bleibt, in welcher Form sie die „Schulmilch“ zu sich nehmen, denn weder Zucker- noch Fettgehalte der ausgegebenen Milchprodukte werden kontrolliert. Die EU-Bestimmungen erlauben den Herstellern, bis zu 7 Prozent Zucker zuzusetzen, so dass die meisten gezuckerten Milchgetränke zusammen mit dem natürlichen Milchzuckergehalt auf knapp 10 bis zu knapp 18 Prozent (gesüßte Joghurts) kommen. Insbesondere Kitas sind laut Bundesernährungsministerium begeisterte Abnehmer der Schulmilch.

WHO gegen gesüßte Milch

Die WHO Europa empfiehlt, gesüßte Milch überhaupt nicht an Kinder zu promoten. Es sei ein Skandal, wenn diese auch noch subventioniert zum Zweck der Absatzförderung großflächig in Kitas und Schulen verteilt werden, so die Initiatoren. Ihre Forderungen lauten:
  • Nur ungezuckerte Milchprodukte an Kitas und Schulen
  • Keine Subventionierung für gezuckerter Milchprodukte an Kitas und Schulen
  • Änderung der EU-Schulmilchverordnung: Zuckergehalt 0%, Fettgehalt 1,5 % – max. 3,5%
  • Kontrolle der Produktpalette der an Kitas und Schulen abgegeben Produkte durch die zuständigen Landesbehörden
  • Entzug der Lieferlizenz bei Zuwiderhandlung
  • Ausstattung von Schulen und Kitas mit Trinkwasserbrunnen
www.diabetesde.org
www.deutsche-diabetes-hilfe.de
www.ddg.info
www.adipositas-gesellschaft.de


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