Airports / Deutschland

Warten auf den Startschuss!

Die Bayerische Landeshauptstadt München in Zeiten der Coronakrise.
Imago Images / MiS
Die Bayerische Landeshauptstadt München in Zeiten der Coronakrise.

Die Coronakrise werde weitreichende Folgen für Flugverbindungen, Tourismus und Wirtschaft haben, heißt es vom Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen), der zudem betont: "Flughäfen warten auf Startschuss für ein Wiederanlaufen des Luftverkehrs". Seit Ende März liegen die Einbrüche bei den Passagierzahlen bei über Minus 97 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum.

"Je länger die Krise dauert, desto mehr Existenzen stehen auf dem Spiel", sagt ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Maßgebende Faktoren für ein Wiederanlaufen des Luftverkehrs sind laut Beisel die Lockerung von Corona-Maßnahmen wie Grenzöffnungen, Quarantänebestimmungen und Reisewarnungen.

Passagierfrequenz am Boden

In der 21. Kalenderwoche (18.-24. Mai) zählten die deutschen Flughäfen knapp 112.400 Passagiere, ein Rückgang von 97,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit bleiben die Verkehrszahlen jetzt schon in der 10. Woche um über 95 Prozent unter dem Normalniveau. "Seit drei Monaten befindet sich der Luftverkehr im Sinkflug. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie erreichen die deutschen Flughäfen mit voller Wucht. Im Schnitt fehlen den Flughäfen 95 Prozent ihrer Einnahmen", äußert sich Ralph Beisel zur desaströsen Lage an den Airports.
Über die deutschen Airports

248 Mio. Passagiere frequentierten 2019 die 21 deutschen Airports laut Daten des Flughafenverbands ADV, plus 1,5 Prozent gegenüber Vorjahr. Ein Ausrufezeichen setzte wiederholt die Gastronomie: 469,2 Mio. Euro Foodservice-Umsatz netto, ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber Vorjahr erzielten laut exklusivem foodservice Airport-Ranking die Top 12 der 21 Airports.


Eckdaten zur Airport-Situation

  • Mehr als 50 Mio. Fluggäste haben die deutschen Flughäfen seit Beginn des Covid-19 Ausbruchs Ende Februar verloren.
  • 80 Prozent der Mitarbeiter sind in der Kurzarbeit.
  • Auf 170 Mio. Euro belaufen sich die Vorhaltekosten pro Monat für die Betriebsbereitschaft.
  • 500 Mio. Euro Umsatzeinbußen laufen monatlich auf.
Die ADV bedauere sehr, dass die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung entgegen ihrer Ankündigung noch nicht aufgehoben habe: "Der Sommerurlaub in Europa muss schrittweise wieder möglich sein – verantwortungsvoll und mit klaren Regeln. Hierfür haben die Flughäfen Standards in einem ADV-Leitfaden festgelegt und erfüllen damit die nationalen Vorgaben der zuständigen Behörden. Touristische und andere private Flugreisen in den Sommermonaten machen rund 68 Prozent Fluggäste und damit zwei Drittel Einnahmen aus."

Deutsche Airports vor Rezession nie gekannten Ausmaßes

Vor schweren wirtschaftlichen Folgen für die regionale Wirtschaft und den Tourismus durch den Wegfall von Flugverbindungen, warnt der Flughafenverband mit Nachdruck. „Die Flughäfen stehen mit dem Rücken an der Wand. Ob Beschäftigte bei den Flughäfen, den Bodenverkehrsdienstleistern oder in der Logistik, alle Dienstleistungsunternehmen rund ums Vorfeld oder in den Terminals sind nachhaltig von der Corona-Krise betroffen. Während Airlines ihre berechtigten Forderungen nach Staatshilfen vorgebracht haben, fehlen weiterhin flughafenspezifische Unterstützungsprogramme. Das ist die traurige Wahrheit”, merkt Beisel eindringlich an. 
Über die ADV
Als ältester ziviler Luftfahrtverband in Deutschland vertritt die ADV – Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) – seit 1947 die Interessen ihrer Mitglieder. Dabei arbeitet die ADV eng mit den Flughäfen in Österreich, der Schweiz und Ungarn zusammen und setzt sich für einen wettbewerbsfähigen Luftverkehr und moderne, leistungsfähige Flughäfen in Deutschland ein. In allen rechtlichen und wirtschaftlichen Belangen ist die ADV der Berater und Partner von Wirtschaft, Politik und Regionen.




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