Airports 2017 (Teil 1)

Bestmarken & Top-Performer an den Flughäfen

Lokalkolorit ist am Münchner flughafen ein Muss: Storytelling in puncto Heimat ist in vor allem auch den Gastro-Units gefordert.
Flughafen München
Lokalkolorit ist am Münchner flughafen ein Muss: Storytelling in puncto Heimat ist in vor allem auch den Gastro-Units gefordert.

235 Mio. Passagiere inkl. Transit – 2017 verzeichneten die über 20 deutschen Flughäfen ein Rekordergebnis in puncto Frequenz: +5,1 % gegenüber 2016 (Flughafenverband ADV-Statistik). Die Gastronomie zeigte sich ebenfalls in Best-Form: Die Top-10-Airports (rd. 218 Mio. Passagiere) dürften 2017 geschätzt weit über 400 Mio. € netto Gastro-Umsätze erzielt haben. Teil 1 unserer Flughafenstory zeigt die Top 5 deutschen Airports, gerankt nach Passagierzahlen.

Das Rekordergebnis der Top 10 deutscher Flughäfen kann sich sehen lassen. Bis auf eine Ausnahme – Airport Bremen mit leichtem Minus – konnten alle zehn Flughäfen ihre Fluggast-Zahlen steigern. Die Gastronomie wird u.a. aufgrund reduzierter bzw. kostenpflichtiger Offerten im Flieger, vor allem im Low-Cost-Airline-Segment, für die Airports zu einem immer wichtiger werdenden Aushängeschild und Wohlfühlfaktor. Erstmals haben wir parallel zur Betrachtung der ADV-Daten die Gastro-Verantwortlichen der zehn größten deutschen Flughäfen direkt zu den wichtigsten Veränderungen und Trends in puncto Foodservice an ihrem Airport befragt.

1 Airport Frankfurt – Drehkreuz

Mehr als 64,5 Mio. Fluggäste am Flughafen Frankfurt – die positive Jahresbilanz 2017, neuer Rekordwert – einem Wachstum von 6,1 % (Vj. ein Minus). Auch die gastronomische Bilanz 2017 kann sich sehen lassen: „104,3 Mio. € Gastronomie-Umsatz (netto)“, vermeldet Mark Hallstein, Head of Category F&B, Fraport AG. Gegenüber 2016 eine Steigerung um 8,2% bei nahezu unveränderter Outlet-Zahl (76, Vj. 75) – Wachstum quasi auf vergleichbaren Flächen. Convenience-Stores und Fine Foods eingerechnet, lagen die Foodservice-Erlöse sogar bei 135 Mio. €(98 Units).

2 Airport München – Lokalkolorit

Der zweitgrößte deutsche Flughafen (Rg. 9 in Europa, 2016) meldet ebenfalls einen neuen Höchststand: 44,6 Mio. Passagiere wurden 2017 im Erdinger Moos befördert. Das Plus gegenüber 2016 betrug 2,3 Mio. oder 5,5 %. „Im Vergleich zu den Fluggastzahlen wuchs das Gastronomie-Segment am Münchner Flughafen sogar überproportional. 2017 war ein sehr gutes Jahr für die Gastronomie, der Netto-Umsatz erreichte 90 Mio. € – ein Plus von 10,5 %“, erklärt Rainer Beeck, Senior Vice President, Business Division Commercial Activities der Flughafen München GmbH. Erzielt wurden die Erlöse in 58 Gastro-Units. 70 % der Gastronomie-Objekte werden von Allresto betrieben, dem bekannten Tochter-Unternehmen der Flughafen München GmbH. Starker Aufsteiger im Feld der Haupt-Gastro-Player: Aichinger Gastronomie, die seit Mitte 2016 mit fünf Units vertreten sind, sie erwirtschaftete 2017 am Airport einen Umsatz von 8,3 Mio. €.

3 Airports Berlin (Tegel & Schönefeld) – Hauptstadtflair

Berlin – bekannte Bundeshauptstadt und nicht minder bekannt durch das BER-Debakel – kann die nach wie vor ausstehende Eröffnung des neuen Airports durch die beiden bewährten Flughäfen Tegel und Schönefeld gut kompensieren. Auf ein starkes Wachstumsjahr 2016 mit +11,4 % konnte 2017 wiederum ein kleines Plus (+1,3 %) aufgesattelt werden – trotz Air Berlin-Insolvenz. Pressesprecher Daniel Tolksdorf: „Die Betreiber unserer 44 Gastronomie-Units (Vj. 42), davon die deutliche Mehrheit in Tegel (31) und 13 in Schönefeld, leisteten 2017 einen guten Job. Haupt-Gastro-Player sind neben regionalen Gastronomen die Verkehrsstandort-erfahrenen Profis Marché International, Wöllhaf und casualfood.“

4 Flughafen Düsseldorf – Preis-Leistungs-Hero

Rund 24,6 Mio. Passagiere nutzten im vergangenen Jahr den Airport Düsseldorf – ein Plus von 4,8 % und achter Passagierrekord in Serie. Der anhaltend positiven Entwicklung konnte auch die Air Berlin-Insolvenz nichts anhaben. Fürs bessere Verständnis der gastronomischen Wachstumsleistung wichtig zu wissen: DUS-Airport ist keine Umsteige-Destination. „Darauf begründet sich u.a. unser gastronomisches Rekordjahr 2017, zum wiederholten Mal mit dem höchsten Netto-Umsatz (56,4 Mio. €) in der Historie des Flughafens. Dies entspricht einem Spend per Passagier von 2,30 € netto“, erklärt Ilse Ruffer, Leiterin Customer Management.

5 Flughafen Hamburg – Weekend-Destination

2017 geht als herausforderndes Jahr mit starkem Passagierwachstum in die Annalen des Hamburger Flughafens ein. Die Fluggastzahlen stiegen um rund 8,6 % (17,62 Mio. Passagiere). Immer mehr Norddeutsche reisen per Flugzeug, so die Beobachtung. „Gastronomisch ist das Jahr 2017 für uns gut gelaufen! Wir arbeiten ständig an der Weiterentwicklung von Produkten und Arbeitsabläufen“, berichtet Nicole Kudenholdt, Objektmanagerin Gastronomie am Hamburg Airport.

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