Albert Schweitzer Stiftung

Eine Frage der Haltung: Hähnchenfleisch ohne Massenstall


Diese idyllischen Verhältnisse gelten für die wenigsten Hühner dieser Welt.
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Diese idyllischen Verhältnisse gelten für die wenigsten Hühner dieser Welt.

Mit Apetito hat sich ein weiterer wichtiger Foodbranchen-Player der Europäischen Masthuhn-Initiative angeschlossen. Nach Gesprächen mit der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt will der Tiefkühl- und Verpflegungsspezialist künftig nur noch Hähnchenfleisch beziehen, das den Kriterien der Initiative entspricht.

Die Kriterien der Europäischen Masthuhn-Initiative liegen deutlich über dem tierschutzrechtlich vorgeschriebenen Niveau. Unter anderem sehen sie eine geringere Besatzdichte, mehr Tageslicht sowie das Zurückfahren der Überzüchtung vor. Apetito hat sich verpflichtet, die Kriterien für seine Menüs und Menükomponenten in Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Spanien umzusetzen. Der Bereich Apetito Catering bleibt jedoch davon ausgenommen.


Frist bis 2026

Spätestens ab 2026 sollen die Kriterien umgesetzt werden. Auf diese Frist haben sich die Tierschutzorganisationen der Masthuhn-Initiative geeinigt, um auch Länder in Süd- und Osteuropa mitzuziehen. Dort hinke der Tierschutz meist noch hinterher.

Bereits heute bieten mehr als die Hälfte der Apetito-Lieferanten die geforderte höhere Luftqualität in ihren Ställen. "Bis alle Lieferanten allen geforderten Kriterien entsprechen, sind allerdings noch größere Herausforderungen zu bewältigen und Anstrengungen zu unternehmen", heißt es in einem Statement des Unternehmens.

Die Albert Schweitzer Stiftung hat die Initiative gemeinsam mit knapp 30 weiteren Tierschutzorganisationen ins Leben gerufen, um die Haltung der Masthühner zu verbessern. "Wir freuen uns sehr über die Entscheidung von Apetito", sagt Janika Kleine, Projektmanagerin im Stiftungsbereich Lebensmittel-Fortschritt. Nachdem der Caterer 2015 der Initiative "Käfigfrei" beigetreten sei, unterstreiche er mit der Entscheidung für die Masthuhn-Initiative erneut seine unternehmerische Verantwortung.

Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt

Albert Schweitzers Ethik der "Ehrfurcht vor dem Leben" schloss Tiere mit ein. Er engagierte sich für den Tierschutz und lebte in seinen späteren Jahren vegetarisch. In seinem Gedenken setzt sich die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt seit dem Jahr 2000 gegen die Massentierhaltung und für die Förderung der veganen Lebensweise ein. Sie wirkt auf wichtige Akteure aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik ein, um Tierschutzstandards zu erhöhen oder das vegane Angebot zu verbessern. Interessierten bietet sie fundierte Informationen und zeigt Alternativen auf, zum Beispiel durch die Vegan Taste Week. Mehr wissen über die Europäische Masthuhn-Initiative.



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