Analyse

Sieben Schreibtische für zehn Mitarbeiter

Neue Nutzung im Office.
ISS
Neue Nutzung im Office.

Bereits 30 Prozent der Unternehmen in Deutschland räumen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit ein, von zuhause zu arbeiten – so eine Studie des Digitalverbands Bitkom. Homeoffice steht bei vielen Mitarbeitern hoch im Kurs.

35 Prozent der Befragten würden für mehr Flexibilität und Homeoffice ihrer derzeitigen Stelle sogar den Rücken kehren. Laptop, Netzwerkverbindungen und Video-Meetings – digitale Technologien machen Arbeit mobil. Die Kehrseite sind ungenutzte Büros, die tagelang verweist sind, weil Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice, im Coworking Space oder unterwegs arbeiten. 

New Ways of Working

Unternehmen stellen sich daher vermehrt die Frage: „Wie lassen sich Bürogebäude effizienter nutzen?“ Ingo Hüttemeyer, Leiter der Abteilung IoT bei ISS, sagt: „Das Hauptproblem ist, dass viele Unternehmen nicht wirklich das Nutzerverhalten ihrer Mitarbeiter kennen. Früher, mit festgelegten Bürozeiten und einem großen Mitarbeiteranteil, der bis auf wenige Ausnahmen im Büro arbeitete, war das relativ einfach: ein Mitarbeiter, ein Arbeitsplatz. In unserem Headoffice in Düsseldorf kommen wir heute mit nur 0,7 Arbeitsplätzen pro Mitarbeiter aus, weil nicht immer alle Mitarbeiter im Büro sind. Möglich wird das durch Desk-Sharing und unser flexibles Arbeitsplatzkonzept ‚New Ways of Working‘.“ 

Kundenspezifische Lösungen

Hüttemeyer und sein Team erarbeiten kundenspezifische Lösungen, um Unternehmensimmobilien „smart“ zu machen. Dahinter steckt die Idee, dass eine Vielzahl an Sensoren verschiedene Gebäudedaten erfasst. Ein Beispiel: Am Schreibtisch misst ein 20-Cent-großer Sensor, ob der Platz besetzt ist und sendet diese Information unter strenger Beachtung des Datenschutzes an eine Cloud. Auf diese Weise lässt sich über einen längeren Zeitraum eine große Datenmenge sammeln. „Aus dieser Big Data entwickeln wir mit eigens entwickelter Künstlicher Intelligenz passgenaue Analysen und Handlungsempfehlungen." Man darf gespannt sein, wie die Empfehlungen für die hauseigene Gastronomie ausfallen - ein ebenso wichtiger Faktor für Mitarbeiterzufriedenheit.



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