Apetito

Marke von einer Milliarde Umsatz geknackt

Guido Hildebrandt,Vorstandssprecher, und Andreas Oellerich, Geschäftsführer Apetito Catering,
Apetito
Guido Hildebrandt,Vorstandssprecher, und Andreas Oellerich, Geschäftsführer Apetito Catering,

Die Apetito Firmengruppe ist im Jahr 2019 stark gewachsen. Die Umsätze stiegen um 17,4 Prozent auf 1.035 Mio. Euro (Vj. 882 Mio. €). Damit konnte das international tätige Familienunternehmen mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Rheine den Wachstumskurs weiterführen. In diesem Jahr geht man von starken Umsatzeinbrüchen aus, so Vorstandssprecher Guido Hildebrandt anlässlich der Bilanzpressekonferenz.

Die gute Entwicklung sei getrieben durch die Unternehmenszukäufe in Kanada und im Bereich Catering durch die Übernahme und Integration des Kita- und Schulverpflegers Menüpartner mit Sitz in Berlin. "Wir haben Wachstum in nahezu allen Bereichen zu verzeichnen – über alle Gesellschaften im In- und Ausland hinweg. Alle Unternehmensbereiche – das Systemgeschäft, das Retailgeschäft und das Cateringgeschäft – haben im abgelaufenen Jahr zur positiven Entwicklung beigetragen", so Hildebrandt.

Seit Mai 2019 ist die kanadische "Healthcare Food Services" (HFS) Teil der Apetito Firmengruppe. Apetito und HFS sind laut eigenen Unternehmensangaben marktführend für Tiefkühl-Konzepte im Gesundheits- und Essen-auf-Rädern-Markt in Kanada. Mit der Integration von Menüpartner im Cateringeschäft verfolgt Apetito eine Zwei-Marken-Strategie mit differenzierten Markenkernen und eine breite Marktansprache im Schul- und Kitamarkt. Im Berichtsjahr waren insgesamt 11.522 Mitarbeiter für die Unternehmen der Apetito Firmengruppe tätig (Vj. 9.418).

Konzern legt um 7,1 Prozent zu

Die Geschäftsaktivitäten des Apetito Konzerns (Apetito AG mit Tochtergesellschaften im In- und Ausland) konzentrierten sich national wie international auf das System- und das Retailgeschäft. Der Apetito Konzern konnte im Geschäftsjahr 2019 ein Umsatzwachstum von 7,1 Prozent auf 741 Millionen Euro erzielen (Vj. 692 Mio. €). Vor allem Absatzsteigerungen trugen zu diesem Wachstum bei. Der Konzerngewinn nach Steuern liegt mit 47 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahr (48 Mio. €). Dies wird mit einigen Großinvestitionen zur Erweiterung der Kapazitäten begründet.

Im Berichtsjahr verzeichnete der Apetito Konzern in nahezu allen nationalen wie internationalen Märkten eine positive Umsatz-Entwicklung. Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurden im Konzern 63,4 Prozent des Umsatzes in Deutschland, 33,5 Prozent im EU-Ausland und 3,1 Prozent in Nordamerika erzielt.

Im deutschen Markt stark

So entwickelte sich der Umsatz der Apetito AG im deutschen Systemgeschäft erfreulich: Die wesentlichen Märkte, sowohl in der Gemeinschafts- als auch in der Individualverpflegung, notierten Zuwächse. Auch die britische Konzerngesellschaft Apetito Ltd. verbesserte ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. In Kanada stieg der Umsatz auch durch Zukauf von HFS. In den Niederlanden lagen
die Erlöse der Apetito B.V. über dem Vorjahresniveau. Auch die Gesellschaft Apetito Österreich verzeichnete im Berichtsjahr eine positive Entwicklung. Das Joint Venture mit dem spanischen Cateringunternehmen Arcasa konnte seine Umsatzerlöse erneut steigern.

Nachhaltigkeitsmanagement zertifiziert

Die Apetito AG hat Ende 2019 ihr zentrales Nachhaltigkeitsmanagement am Standort Rheine nach dem ZNU-Standard zertifizieren lassen. Dieser Standard vereint die Nachhaltigkeitsanforderungen diverser Initiativen. Der Zertifizierung ging ein aufwendiges Prüfverfahren durch den TÜV Rheinland voraus. Die Zertifizierer heben besonders das hohe Niveau bzw. die großen Fortschritte im Umwelt- und Arbeitsschutz, den Einsatz von 100 Prozent zertifiziertem Ökostrom, die Entwicklung nachhaltigerer Produkt- und Verpackungslösungen sowie die umfangreichen Benefits für die Mitarbeiter hervor.

In Bezug auf die Reduktionsstrategie der Bundesregierung arbeitet das Unternehmen weiter an dem Umgang mit Salz, Fetten und Zucker. Dazu gehört die Senkung des Salzverbrauchs in den Menüs für das deutsche Systemgeschäft bis 2021 um 30 Prozent. "Wir begrüßen die Überlegung, mittels Nutri-Score den Nährwertgehalt von Lebensmitteln zu kennzeichnen. Wir planen, dass bis 2022 70 Prozent der Menüs und Menükomponenten mit A oder B gemäß den Berechnungen des Nutri-Scores bewertet werden", sagt Hildebrandt.

Starke Einbrüche durch Corona

Bedingt durch die Corona-Pandemie hatte das Unternehmen im Bereich der Kita- und Schulverpflegung starke Einbrüche. In der Verpflegung in Krankenhäusern war zu spüren, dass geplante OPs verschoben und dadurch viele Betten leer geblieben sind. Ähnlich verhält es sich im Bereich der Mitarbeiterverpflegung. In der Summe können die positiven Entwicklungen jedoch die negativen nicht ausgleichen: Man geht von einem merklichen Umsatz- und Ergebnisrückgang für das Jahr 2020 aus.

Catering-Geschäft wächst deutlich

Der Apetito Catering Konzern konnte 2019 seine Marktposition weiter ausbauen. Der Umsatz stieg um 15,4 Prozent auf 232 Mio. Euro und verteilt sich wie folgt auf die Segmente: Business & Industries 47 Prozent, Care 27 Prozent und Schulen & Kitas 26 Prozent. Zusätzlich erwirtschaftete der Konzern einen Catering-Umsatz mit Service-Gesellschaften. Dieser lag konsolidiert bei 73,2 Millionen Euro. "Der Markt war im vergangenen Jahr von besonders hohem Wettbewerbsdruck geprägt. Steigende Qualitätsanforderungen und hohe Wettbewerbsintensität bestimmten das Umfeld", sagt Andreas Oellerich, Geschäftsführer Apetito Catering Konzern.

Die Cateringgesellschaft inklusive der Service-Gesellschaften beschäftigte im Jahresdurchschnitt 7.196 Mitarbeiter (Vj. 5.366) in 617 Kundenbetrieben. Die Mitarbeiter sind direkt vor Ort in den Häusern und Einrichtungen der Kunden tätig

Der Geschäftsbereich Care entwickelte sich im vergangenen Jahr ebenfalls positiv: Apetito Catering sei weiter Marktführer im Segment der deutschen Seniorenheime. In Schulen und Kindertagesstätten konnte das Familienunternehmen ein enormes Wachstum verzeichnen.


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