Ausgehtipp Stuttgart

Neuer Wind im Mercedes-Benz Museum

Kreativer Kopf: Philip Jaeger ist der neue Küchenchef in der Gastronomie des Mercedes-Benz Museum.
Rainer Lang
Kreativer Kopf: Philip Jaeger ist der neue Küchenchef in der Gastronomie des Mercedes-Benz Museum.

(Nicht nur) zur Intergastra stellen wir einige gastronomische Stuttgarter Adressen vor. Diesmal: Die Gastronomie des Mercedes-Benz Museum versucht sich seit einem Jahr neu.

Seit Anfang 2019 weht ein frischer Wind im Mercedes-Benz Museum Stuttgart mit dem neuen Betreiber V&K Tailor Made Catering: Der junge und ehrgeizige Philip Jaeger aus München folgt als Küchenchef auf Michael Braun, der jetzt im Restaurant des VfB Stuttgart kocht und sich zudem eigenen gastronomischen Aktivitäten widmet.

Zwei Firmen in einem Boot

V&K Tailor Made Catering beschreibt sich selbst als "ein junges, internationales Unternehmen, welches das Beste aus zwei erfolgreichen Firmen – Käfer aus München und Vermaat aus den Niederlanden – vereint und der innovativste Betreiber in der Museumsgastronomie in Deutschland sein wird". Was recht verwegen klingt, hat realistische Chancen: Feinkost Käfer bringt jede Menge Erfahrung im Catering, in der gehobenen Küche, im Museumsbereich und in der Automobilbranche mit. Der holländische Partner Vermaat ist bereits in diversen Museen vertreten, darunter auch Sterne-Adressen.
Angetreten ist Philip Jaeger mit einem jungen Team: 16 Mitarbeiter sollen es in der Küche werden, ein Dutzend im Service-Kernteam. Das Museum sieht Jaeger als Ort der Möglichkeiten, vom Gourmet-Menü im Restaurant über das Catering bei Veranstaltungen bis zum Currywurst-Stand beim sommerlichen Open-Air-Event vor dem Museum. Dabei will er bevorzugt mit regionalen Zulieferern kooperieren. Überzeugt haben ihn beispielsweise die Produzenten auf der Schwäbischen Alb, wie er bekennt. Für die regionalen Kontakte sorgt Geschäftsführer Gerd Schmid, der diese Funktion zuvor im Sternerestaurant Speisemeisterei, ebenfalls in Stuttgart, innehatte.

Moderate Kalkulation

„Mein Ziel ist es, für alle lecker zu kochen“, erklärt Jaeger, der die hiesige Küche modern und weltoffen interpretiert. Dabei legt er Wert auf höchste Qualität. Alles wird frisch zubereitet. Natürlich setzt er auch die Saucen selbst an. Jaeger wird gelobt für seine Küche mit Witz. Er liebt unerwartete Geschmackskombinationen, kredenzt auch mal Maultaschen im Brezen-Sud.

Im Restaurant serviert er nach der selbst formulierten Devise „schnell, heiß, raffiniert und lecker“ regionale Gerichte und Klassiker, wie das Wiener Schnitzel vom Kalb (17,50 Euro) oder Kürbis-Risotto (13,50 Euro) zu durchweg moderaten Preisen. Asiatisches ist auch dabei – weil es im Trend liegt und weil immerhin 12 Prozent der Museumsbesucher aus dem Reich der Mitte kommen.

Für eine ordentliche Frequentierung der museumseigenen Gastronomie ist gesorgt: Im Jahr 2018 kamen fast 835.000 Besucher ins Mercedes-Benz Museum. Jeder Fünfte nutzte das gastronomische Angebot, teilt das Unternehmen mit. Das Restaurant in Ebene 0 ist dienstags bis sonntags von 11.30 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Das Bistro-Café im ersten Stock an den selben Tagen von 9 Uhr bis 18 Uhr.

Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Schwesterzeitung ahgz.


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