BayernLB

Befürchtete Stagflation scheint da

Die Wirtschaft scheint in der Stagflation angekommen.
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Die Wirtschaft scheint in der Stagflation angekommen.

Politiker und Ökonomen fürchten diese Phase: Steigende Preise bei stagnierender Wirtschaftsleistung. Die BayernLB sieht die Wirtschaft im Euroraum bereits in der sogenannten Stagflation angekommen. 

Die Inflationsraten seien hoch, aber die Wirtschaft wachse nicht mehr, sagte BayernLB-Chefvolkswirt Jürgen Michels am Dienstag in München. Das letzte spürbare Wachstum habe es im dritten Quartal 2021 gegeben. "Seitdem wabern wir um die Nullmarke rum, das wird sich wahrscheinlich auch noch einen Großteil dieses Jahres fortsetzen", ist der Volkswirt überzeugt.

Zeitenwende

Der Begriff "Stagflation" stammt aus den 1970er Jahren und bezeichnet die durch die damaligen Ölpreisschocks ausgelöste Kombination von hoher Inflation und schwacher Konjunktur.
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hatte Anfang Mai Befürchtungen einer Stagflation widersprochen. Michels äußerte sich in dieser Hinsicht jedoch pessimistischer. Der BayernLB-Chefvolkswirt sieht nach Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und den Konflikten des Westens mit China eine Zeitenwende, in der es für Europa und Deutschland deutlich schwieriger werde, den Wohlstand zu halten beziehungsweise neuen Wohlstand zu schaffen.

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