Berlin

8. Schnippeldisko gegen Lebensmittelverschwendung


Die achte "Schnippeldisko" in Berlin findet am 18. Januar 2019 statt und erwartet wieder hunderte Engagierte zum Mitkochen, Tanzen und Talken.
Slow Food Youth
Die achte "Schnippeldisko" in Berlin findet am 18. Januar 2019 statt und erwartet wieder hunderte Engagierte zum Mitkochen, Tanzen und Talken.

Dass Lebensmittel retten Spaß bereitet und man zudem einer guten Sache dient, beweist 2019 erneut der Verein Slow Food Youth Deutschland in Kooperation mit diversen Partnern: Bereits zum achten Mal findet in Berlin die „Schnippeldisko“ statt – als größte der Welt rufen die Veranstalter sie aus.

Hunderte von Engagierten, die „Nein!“ zu Lebensmittelabfällen sagen, treffen sich am 18. Januar zur 8. "Schnippeldisko" im Berliner Zentrum für Kunst und Urbanistik im Stadtteil Moabit. Unter dem Motto „Topf-Tanz-Talk“ verarbeiten sie auf dieser Feier bis zu 2 Tonnen Erntereste von Bauernhöfen der Region, die ansonsten wegen nicht handelsgerechter Formen und unschöner Druckstellen in der Tonne landen würden, zu einem Protestmenü.

Die „Schnippeldisko-Mahlzeit“ hat sogar einen konkreten Verwendungszweck: „Mit scharfen Messern, heißen Beats, mitreißenden Themen und brodelnden Kesseln wollen wir die „Wir haben es satt!-Demo“ am 19. Januar bekochen und uns mit Tanz und Talk darauf einstimmen“, so der Aufruf der Organisatoren von Slow Food. 1500 kg knubbeliges und ungewolltes Gemüse – zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn – müssen gewaschen, geschält und geschnippelt werden! Gemeinsam mit der vegan-vegetarischen Aktionsküche Fläming Kitchen unter Regie des Aktionskochs Wam Kat werden die Teilnehmer der Disko eine vegane Suppe kochen.

Kochen bei Live-Musik und mit Info-Programm

Weil der Spaß bei der Arbeit nicht fehlen darf und der Abend zudem unter dem Motto Disko steht, gibt es zudem Live Musik von One Drop sowie feinste Beats von Dj Party Cloudy Jr. und Katzenohr. Auch einen Workshop- und Vortrags-Bereich wird es geben: mit Infos über die Agrarindustrie, die (Massen-) Tierhaltung und weiteren Themen. Gemeinsam haben sich die Initiatoren „UnKonzerned - Stop Bayer Monsanto“, „Guerilla Architects“, „Slow Food Youth Deutschland“ und „Save Our Seeds“ ein spannendes, interaktives Programm überlegt.
Lebensmittelabfälle: Dimensionen und Initiativen
Elf Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgen Industrie, Handel, Großverbraucher und Privathaushalte in Deutschland jedes Jahr als Abfall. Unter dem Titel "Zu gut für die Tonne!" setzt sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit einer Informationskampagne gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln ein. Eine repräsentative Erhebung 2016/17 in Kooperation mit GfK veröffentlichte zudem detaillierte Erkenntnisse zu Lebensmittelabfällen in Privathaushalten in Deutschland: 34 Prozent der vermeidbaren Abfälle entfallen auf frisches Obst und Gemüse, mit 14 Prozent schlagen Brot und Backwaren zu Buche. Zu viele frische Lebensmittel würden weggeworfen, ebenso bereits zubereitete Mahlzeiten, heißt es. In Summe landen mindestens 55 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf und Jahr hierzulande im Müll privater Haushalte. Fast die Hälfte schätzen die Befragten selbst als vermeidbar ein.
Doch: Erste positive Tendenzen seien erkennbar, heißt es. Dank diverser Initiativen wie „Zu gut für die Tonne!“, Foodsharing usw. kommt der Ernährungsreport 2018 zu dem Ergebnis, dass 63 Prozent der dort Befragten bewusster einkaufen, damit nicht mehr so viel weggeworfen werde. Auch Initiativen wie „Too Good To Go“, „Restlos glücklich“, "United against Waste" und die zum achten Mal statt findende „Schnippeldisko“ in Berlin tragen dazu bei, alle Beteiligten – vom Verbraucher über Handel und Gastronomie bis zu den Herstellern – gegen Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren.




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