Coronakrise

Erste Schließungen von Betriebsrestaurants

Letzte Aufräumarbeiten vor der Schließung.
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Letzte Aufräumarbeiten vor der Schließung.

Die unsichere Situation in vielen Unternehmen erfasst auch deren gastronomische Dienstleister, egal, in welcher Regieform sie arbeiten. Besonders betroffen durch den Ausruf des Katastophenfalls sind jetzt Bayerns Betriebsrestaurateure.

"Die Lage ist sehr ernst und verändert sich täglich, leider nicht zum Guten", betonte der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder. So gibt es folgerichtig zur Vorbeugung gegen die Ausbreitung des Corona-Virus eine ganz Reihe von Unternehmen, die ihre Betriebsrestaurants komplett schließen. Dazu gehört seit 17. März die Wacker Chemie AG in Burghausen. SKF in Schweinfurt schließt ebenfalls alle Verpflegungsstätten. Der Sportwagenbauer Porsche stellt seine Produktion ein. Das Stammwerk in Zuffenhausen sowie das Werk in Leipzig bleiben von Samstag an für zwei Wochen geschlossen, um Mitarbeiter vor einer Infektionsgefahr zu schützen.

60 Prozent der Betriebsrestaurants geschlossen

Jörg Rutschke, Geschäftsführer von SV Deutschland: "Mittlerweile sind 60 Prozent unserer 145 Betriebsrestaurants geschlossen. Der Umsatz geht hier auf Null." Die Business-Küchenteams stehen jetzt als Alarmreserve bereit, falls in den Care-Küchen, hier managt SV über 140 Küchen, Köcheteams in Quarantäne geschickt werden müssen.  Im Klinikbereich sei die Auslastung der Küchen bei bis zu 125 Prozent. Jörg Rutschke:"Wir sind gut aufgestellt, wenn die Krise nicht länger als drei Monate dauert und es dann wieder aufwärts geht."

Lunchpakete als Ersatzlösung

Auch so bekannte Unternehmen mit Sitz in und um München wie MAN Truck & Bus. Munich Re oder Hipp schließen ihre Mitarbeitergastronomie. Vielerorts gibt es als Ersatzlösung für die verbliebenen Mitarbeiter Lunchpakete. Oder die Shops und die Cafeterien bleiben für abgepackte Zwischenverpflegung geöffnet. Da Auto-Konzerne wie PSA, Fiat-Chrysler, Renault, Nissan, Daimler, Audi und Volkswagen wegen der Coronavirus-Krise ihre Produktionswerke in Europa schließen werden, gibt es auch hier für die Dienstleister kaum noch Verdienstmöglichkeiten. Ein mittelständischer Business-Caterer spricht für viele Kollegen: "Die Situation hat sich dramatisch verschärft. Wir  sind Tag und Nacht im Einsatz, um sicher durch diese extreme Situation durchzukommen." Bleibt die Hoffnung, dass die Krise schneller ein Ende findet als Experten vermuten. Über die Folgen mag man noch gar nicht nachdenken. 



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