BMEL / Schulverpflegung

Verpflichtender DGE-Standard für Kitas und Schulen

Prof. Dr. Harald Grethe, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Ministeriums (WBAE), übergibt in Bonn das Gutachten „Politik für eine nachhaltigere Ernährung“ an Bundesministerin Julia Klöckner.
BMEL / Mewes
Prof. Dr. Harald Grethe, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Ministeriums (WBAE), übergibt in Bonn das Gutachten „Politik für eine nachhaltigere Ernährung“ an Bundesministerin Julia Klöckner.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner will bundesweit an Schulen und Kitas den DGE-Ernährungsstandard einführen. In diesem Vorhaben sieht sie sich bestätigt im Gutachten "Politik für eine nachhaltigere Ernährung" des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE).

Das Gutachten belege die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche bei der Ernährung besonders zu schützen und zu unterstützen. Dazu müsse das Ministerium regulierend eingreifen. "Ich habe Zucker und andere Süßungen in Babytees verboten, auch müssen wir die an Kinder gerichtete Werbung ins Visier nehmen", betonte die Ministerin anlässlich der Überage des Gutachtens. Für Kita- und Schulessen seien die Länder verantwortlich. Damit das Essen in Kitas und Schulen nicht nur satt mache, sondern den wissenschaftlich empfohlenen Ernährungsstandards verpflichtend genüge, habe ihr Minsterium die Gelder der Beratung in den Vernetzungsstellen verdoppelt und Mindestqualitätsstandards für Essen in Kitas und Schulen entwickelt. Die Länder habe sie jüngst aufgefordert, den DGE-Standard für die Schulverpflegung verpflichtend anzuwenden.

Foodwaste vermeiden, Tierwohl verbessern

Anlässlich der Übergabe des WBAE-Gutachtens diskutierte Klöckner mit den Beirats-Mitgliedern Komponenten einer umfassenden, nachhaltigen Ernährung. Dazu zählten Gesundheit, Tierwohl, Umwelt und soziale Aspekte auf europäischer-, bundes- und kommunaler Ebene. Um Verbraucher bei einer gesunden Ernährung in allen Lebensphasen zu unterstützen, will sie für Information, klare Kennzeichnung oder die Reduktion von Salz, Zucker und Fett in Fertignahrungsmitteln sorgen. Das WBAE-Gutachten stütze ihr Vorhaben, eine europaweit einheitliche erweiterte Nährwertkennzeichnung im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft voranzubringen. National soll die entsprechende Verordnung spätestens im November 2020 in Kraft treten. Das Bundeskabinett habe sie bereits gebilligt. Der Bundesrat werde sich voraussichtlich im Oktober mit der Verordnung zur Einführung des Nutri-Score befassen.

Im Kampf gegen Foodwaste setze die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung bereits Empfehlungen des Gutachtens um. Ziel sei es, entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette die Lebensmittelverschwendung bis zum Jahr 2030 deutlich zu reduzieren, in Handel und auf Verbraucherebene sogar zu halbieren. Bestätigt sieht sich Klöckner auch in ihrer Position, moderne Züchtungsmethoden für eine nachhaltige Landwirtschaft nutzbar zu machen.


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