BMEL | Zu gut für die Tonne!

Sieger der Lebensmittelretter 2021 gekürt

Am 20. Mai wurden die Sieger des "Zu gut für die Tonne! – Bundespreis" in einem Live-Stream des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gekürt.
BMEL / Photothek
Am 20. Mai wurden die Sieger des "Zu gut für die Tonne! – Bundespreis" in einem Live-Stream des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gekürt.

Sie heißen "Rettergut", "Veggie Specials" oder "Mitarbeiter-Resteessen". Das Bundesernährungsministerium hat die Gewinner des Bundespreises "Zu gut für die Tonne!" bekannt gegeben. Bundesministerin Julia Klöckner würdigte sie als Vorbilder für Wertschätzung und Ressourcenschutz.

Im Namen der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, wurden am 20. Mai herausragende Projekte zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ausgezeichnet. Mit dem "Zu gut für die Tonne! – Bundespreis" würdigt das Bundesministerium bereits zum sechsten Mal kreative Lebensmittelretter mit innovativen Ideen und Pioniergeist.

Bewusstsein schaffen durch Öffentlichkeit

Das Motto in diesem Jahr: "Lebensmittel retten – Klima schützen". Denn die Produktion unserer Nahrungsmittel beansprucht Boden, Wasser, Energie oder Treibstoff – und ist mit Emissionen verbunden. Konkret: Etwa 820 Liter Wasser sind beispielsweise geflossen, bis ein Kilogramm Äpfel verzehrfertig im Supermarktregal liegt. Über 5.000 Liter sind es für die Herstellung eines Kilogramms Käse. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Preisverleihung per Livestream über die Homepage des Ministeriums statt.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: "Mehr wertschätzen, weniger wegwerfen – dafür wollen wir mit dem Bundespreis gesellschaftliches Bewusstsein schaffen." Wie vielfältig und klug das Engagement hierfür set, zeigten die vielen Bewerbungen, deren Projekte einen wertvollen Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz leisteten. "Ich freue mich, dass wir mit unserer Initiative 'Zu gut für die Tonne!' auch die Breite der Gesellschaft erreichen", betonte Julia Klöckner. Einen Etappen-Erfolg sieht sie etwa in einem Ergebnis des soeben vorgestellten Ernährungsreports ihre Ministeriumgs: Fast 90 Prozent der Verbraucher prüfen abgelaufene Lebensmittel darauf, ob sie doch noch genießbar sind – durch Riechen, Schmecken, Tasten. Im Report 2016 waren es noch 67 Prozent.

Die Sieger 2021

Sieger in der Kategorie Landwirtschaft und Produktion: Rettergut.
Screenshot FOOD SERVICE
Sieger in der Kategorie Landwirtschaft und Produktion: Rettergut.
Kategorie Landwirtschaft und Produktion

  • Dörrwerk GmbH für "RETTERGUT – die Marke, die Lebensmittel rettet" (Berlin)

Rettergut stellt aus geretteten Lebensmitteln haltbare Produkte wie Suppen, Aufstriche, Nudeln, Schokolade oder Getränke her. Oft in Bioqualität, meist vegan, immer vegetarisch. Ein Teil des Umsatzes fließt zudem in Projekte zur Förderung der Wertschätzung von Lebensmitteln.

Kategorie Handel

  • Veggie Specials für "Eigenmarkenkonzept gegen Lebensmittelverschwendung" (Köln, Nordrhein-Westfalen)

Veggie Specials rettet Lebensmittel und bietet Sonderposten hochwertiger Bio- und Veganprodukte im eigenen Onlineshop zu niedrigeren Preisen an. In diesem Jahr starten sie zusätzlich einen ersten Lehr-Schulgarten mit einer örtlichen Grundschule.

Kategorie Gastronomie

  • 1. FC Heidenheim 1846 e. V. für "Mitarbeiter-Resteessen" (Heidenheim, Baden-Württemberg)

Der 1. FC Heidenheim 1846 veranstaltet regelmäßig Resteessen für die Mitarbeitenden, bei dem übrig gebliebenen Essen vom Catering an Heimspieltagen verzehrt wird.

Kategorie Gesellschaft und Bildung

  • Georgia von le Fort und Louisa Wahler für "Re.lics" (Hamburg)

Die Schwestern Georgia von le Fort und Louisa Wahler haben kühlende Gefäße aus recyceltem Porzellan entwickelt. In diesen können Obst und Gemüse durch einen natürlichen Kühleffekt optimal temperiert lagern und bleiben dadurch länger frisch.

Kategorie Digitalisierung

  • Danone GmbH für "Online Clearance-Sales Shop" (Haar, Bayern)

Danone bietet über Ausverkäufe, sog. Clearance-Sales, im neuen Onlineshop bestimmten Großkunden Produkte aus der eigenen Produktion mit einer geringen Mindestrestfrische zu Sonderkonditionen an. Dadurch werden noch genießbare Lebensmittel vor der Tonne bewahrt.

Förderpreisträger

Fischerei Schröder, Havelaue, Brandenburg, bietet mit "Saure Bratbrasse statt Beifang für die Tonne" einen wenig bekannten und oft unterschätzten regionalen Fisch an, der sich aber auf verschiedenste Weise schmackhaft zubereiten lässt. Die Brasse ist in der Fischerei mittlerweile der Renner bei den Kundinnen und Kunden.

Die Landwirtschaftliche Direktvermarktung Margit Jung, Fronhausen, Hessen, verarbeitet unter der Marke "Immer eine guteSuppe" Althennen aus kleinen Tierbeständen. Damit unterstützt sie landwirtschaftliche Betriebe bei der Vermarktung ihrer älteren Tiere.

Die Initiative "GastroHilft", Halberstadt, Sachsen-Anhalt, rettet übriggebliebene Lebensmittel aus Supermärkten, Restaurants oder Privathaushalten. Diese werden an bedürftige Menschen abgegeben und oder als wareme Mahlzeiten für Wohungslose zubereitet.

Die Förderpreisträger erhalten zur Unterstützung und Weiterentwicklung ihres Projekts je 5.000 Euro.
Weitere Informationen zu den Gewinnerprojekten finden Interessierte hier.

Insgesamt wurden 160 Bewerbungen für den Bundespreis eingereicht. Daraus hat die achtköpfige Jury unter Vorsitz von Bärbel Dieckmann, ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe, 16 Projekte als Finalisten ausgewählt.
Jury "Zu gut für die Tonne! - Bundespreis"
  • Bärbel Dieckmann, Juryvorsitzende, ehemalige Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe e. V.
  • Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbands
  • Cherno Jobatey, Journalist und Fernsehmoderator
  • Friederike Klasen, Gründerin und Kooperationsmanagerin von startnext crowdfunding
  • Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie
  • Christian Rach, Fernsehkoch und Kochbuchautor
  • Valentin Thurn, Dokumentarfilmer und Autor
  • Yvonne Willicks, Fernsehmoderatorin und Autorin

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