Bundesliga

Stadion-Caterer vor schwierigen Zeiten

Der Signal Iduna-Park in Dortmund ist das größte Stadion mit .81.365 Zuschauern.
imago images / Jörg Schüler
Der Signal Iduna-Park in Dortmund ist das größte Stadion mit .81.365 Zuschauern.

Das Coronavirus bedroht jetzt auch den deutschen Fußball. Nach der Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern abzusagen, planen die Vereine Spiele vor leeren Rängen. Die Folgen sind für die Stadion-Caterer verheerend.

Die Rechnung ist einfach: Werden die restlichen Partien an den verbleibenden neun Spieltagen als "Geisterspiele" ausgetragen, fehlen den 18 Clubs in der ersten Liga rund 140 Mio. Euro in der Kasse. Der Anteil der Erlöse pro Spieltag liegt bei den Clubs der ersten Liga mit 13 Prozent niedriger als in der zweiten (17 %). Ganz anders sieht die Rechnung bei den Cateringunternehmen aus. Branchenprimus Aramark (10 Stadien in der der 1. und 2. Bundesliga | Geschätzter Eventumsatz: 120 Mio. Euro) könnte bei einem solchen Szenario ein hoher wirtschaftlicher Schaden entstehen. Neben den Umsatzausfällen kommen bei den Stadion-Gastronomen Fixkosten beim Personal hinzu. Pro Spiel können das schnell 500 Aushilfskräfte sein, die neben einer Crew von festangestellten Mitarbeitern bezahlt werden müssen.

Jürgen Vogl, Vorsitzender der Geschäftsführung, Aramark.
Thomas Fedra
Jürgen Vogl, Vorsitzender der Geschäftsführung, Aramark.
Jürgen Vogl, Vorsitzender der Geschäftsführung, Aramark
"Wir sind solide und stabil aufgestellt"

Wie bewerten Sie die aktuelle Lage?

„Wir befinden uns zweifelsfrei in einer schwierigen Situation, für unsere Gesellschaft insgesamt, aber natürlich auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Im Vordergrund all unserer Überlegungen stehen jedoch immer die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Ihrer Familien sowie unserer Gäste, Kunden und Partner.

Sehen Sie einen Vorteil gegenüber den vielfach kleineren Wettbewerbern?


Der Vorteil, den wir bei Aramark in einer solchen Situation haben, nicht zuletzt aufgrund unserer Größe, ist, dass wir als Unternehmen finanziell solide und stabil aufgestellt sind. Damit bieten wir unseren Mitarbeitern eine hohe Sicherheit für ihre Arbeitsplätze. Es ist für uns von enorm hoher Bedeutung, unsere gut ausgebildeten und motivierten Teams im Unternehmen zu halten. Damit gewährleisten wir auch für unsere Kunden den gewohnten operativen Ablauf und Service. Jetzt, aber natürlich auch nach der Krise. Gerade in einer solchen kritischen Situation bewähren sich unsere eingespielten Prozesse und spezialisierten Fachabteilungen, wodurch wir gut vorbereitet für verschiedene Szenarien sind und schnell, flexibel, kundenorientiert und mit hoher Professionalität auf Veränderungen reagieren können.“


Verluste pro Spieltag von 2,5 bis 3 Mio. Euro

Bei Borussia Dortmund rechnet man durch Spielausfälle mit Einnahmeverlusten pro Spieltag von 2,5 bis 3 Mio. Euro. Aramark trifft die Krise auch in der Disziplin Messe-Catering. Das Unternehmen ist Partner der Messegesellschaften in Stuttgart, Köln und Essen. Auch hier gibt es bereits Umsatzausfälle durch abgesagte Messen. Nicht auszudenken, wenn auch das Eventgeschäft mit Groß-Veranstaltungen wie "Rock am Ring" oder "Rock im Park" (beide 5. bis 7. Juni) mit jeweils bis zu 80.000 Besuchern ausfallen würde. Aramark ist dort mit einer Tochter-GmbH (GTB Gastro Team Bremen) aktiv. Bei dem Catering-Unternehmen bewertet ein Krisenstab aus allen Bereichen die Lage wöchentlich neu und trifft notwendige Maßnahmen. 



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