Bundeswettbewerb "Zu gut für die Tonne"

MAN-Betriebsgastronomie erhält Bundespreis

Wurde auch mit dem Marketing.Award der gv-praxis ausgezeichnet: Das Projekt Foodversity von MAN Energy Solutions.
MAN ES
Wurde auch mit dem Marketing.Award der gv-praxis ausgezeichnet: Das Projekt Foodversity von MAN Energy Solutions.

Die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hat Ende Mai herausragende Projekte mit dem Zu gut für die Tonne! – Bundespreis in fünf Kategorien ausgezeichnet. In der Disziplin "Gastronomie" siegte die Betriebsgastronomie von MAN Energy Solutions in Augsburg mit ihrem Nachhaltigkeitskonzept "Foodversity". Zu den Gewinnern zählen ebenso fünf Studentenwerke gemeinsam mit dem Start-up Delicious Data in der Kategorie Digitalisierung.

Julia Klöckner lobte die Initiatoren, die mit ihren konkreten Ideen, Pioniergeist und großem Engagement dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Mit dem Bundespreis will das Ministerium dafür motivieren und sensibilisieren. Aufgrund der Covid-19-Pandemie musste die diesjährige Preisverleihung digital stattfinden – über die Social-Media-Kanäle des Bundesministeriums.

Insgesamt 131 Ideen wurden für den Zu gut für die Tonne! – Bundespreis eingereicht. Daraus hat die Jury unter Vorsitz von Bärbel Dieckmann, ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe, 14 Projekte als Finalisten ausgewählt. Der Preis wurde in den Kategorien Produktion & Landwirtschaft, Handel, Gastronomie, Gesellschaft & Bildung sowie Digitalisierung verliehen. Zwei Förderpreise mit einem Preisgeld von insgesamt 15.000 Euro wurden unter den in den Kategorien Nominierten vergeben.

Die Preisträger 2020 sind:

  • Kategorie Gastronomie:
    Betriebsgastronomie der MAN Energy Solutions Societas Europea (SE) für "Foodversity" (Augsburg)
    Mit "Foodversity" unterstützt das Unternehmen seine Betriebsgastronomie an den verschiedenen Standorten gezielt bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Verpackungsmüll und macht die Initiativen sichtbarer. Ein tolles Beispiel dafür, wie man auch in großen Betrieben Lebensmittelabfälle reduzieren und mehr auf das Thema Lebensmittelwertschätzung aufmerksam machen kann. Das Projekt wurde ebenso im vergengenen Jahr von gv-praxis mit dem Marketing.Award 2020 in Gold ausgezeichnet.
  • Kategorie Digitalisierung:
    Jakob Breuninger und Valentin Belser unterstützen Gastronomen mit künstlicher Intelligenz.
    Paul Günther · Photodesign
    Jakob Breuninger und Valentin Belser unterstützen Gastronomen mit künstlicher Intelligenz.

    Delicious Data GmbH und fünf Studenten- bzw. Studierendenwerke für "Gemeinsam gegen Überproduktion in Mensen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz" (München)
    Mensen und Cafeterien müssen Lebensmittel oft entsorgen, weil sie zu viel produzieren. Das Start-up Delicious Data hat ein Prognosesystem entwickelt, das die Anzahl benötigter Portionen vorausberechnet und dadurch die Überproduktion reduziert. Es basiert auf künstlicher Intelligenz, die Erfahrungsdaten mit standortspezifischen und tagesaktuellen Faktoren zusammenbringt. Dadurch lassen sich Lebensmittelmengen passgenauer abschätzen und bedarfsgerechter produzieren. Das Deutsche Institut für Gemeinschaftsgastronomie e.V. (DIG)  würdigte bereits das Start-up  im Herbst 2017 für die zukunftsweisende Idee gegen Lebensmittelverschwendung mit dem Axel-Bohl-Preis.

  • Kategorie Landwirtschaft und Produktion:
    Landratsamt Esslingen für „Gelbes Band: Ernteprojekt auf Streuobstwiesen im Landkreis Esslingen“ (Esslingen am Neckar, Baden-Württemberg)
    Mit dem Ernteprojekt „Gelbes Band“ unterstützt der Landkreis die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen. Ein gelbes Band am Stamm signalisiert: Dieser Baum darf gratis und ohne Rücksprache abgeerntet werden. Das „Gelbe Band“ lädt dazu ein, Obst zu ernten und sorgt dafür, dass weniger Obst ungenutzt auf den Wiesen verdirbt.

  • Kategorie Handel:
    EasyFill GmbH für „Nachhaltiges Regalsystem“ (Köln)
    Die EasyFill GmbH entwickelt, produziert und vertreibt Regalsysteme mit einem sogenannten „First-In-First-Out-Abverkaufs-Prinzip“: Das sorgt dafür, dass zuerst die Produkte mit der kürzesten Mindesthaltbarkeit verkauft werden und so Produkte, die dringender verbraucht werden müssen, nicht in der Tonne landen.
  • Kategorie Gesellschaft und Bildung:
    Johann Heinrich August Duncker Oberschule für „Lebensmittel mit Sinn und Verstand einkaufen, verarbeiten und konsumieren“ (Rathenow, Brandenburg)
    Im Rahmen des Projekts „Lebensmittel mit Sinn und Verstand einkaufen, verarbeiten und konsumieren“ vermittelt die Johann Heinrich August Duncker Oberschule in Rathenow mit einem engagierten Kollegium durch zahlreiche Aktivitäten die Wertschätzung von Lebensmitteln an ihre Schülerinnen und Schüler und setzt dabei auf praktische Ernährungsbildung im regulären Schulunterricht.
    Zum Bundespreis
    Um die verschiedenen Ansätze und vorbildlichen Beispiele zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung bekannter zu machen und entsprechend zu würdigen, verleiht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jährlich den Zu gut für die Tonne! – Bundespreis. Der Preis wird in diesem Jahr bereits zum fünften Mal an kreative Lebensmittelretterinnen und -retter vergeben, die sich mit ihren Ideen und viel Herzblut dafür einsetzen, die täglich entstehenden Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Mit dem Förderpreis ausgezeichnet wurden:

  • Johann Heinrich August Duncker Oberschule für „Lebensmittel mit Sinn und Verstand einkaufen, verarbeiten und konsumieren“ (Rathenow)
  • Kinderleicht e. V. für das Schülerprojekt „Gib‘ Lebensmittelverschwendung keine Chance!“ (München)

Die mit dem Förderpreis ausgezeichneten Projekte erhalten Fördermittel in Höhe von je 7.500 Euro. „Es sind tolle, innovative Projekte, die wir auch dieses Jahr wieder auszeichnen. Sie sind Vorbilder, schaffen Bewusstsein“, so Bundesministerin Julia Klöckner. Weitere Informationen zu den Gewinnerprojekten finden Interessierte auf der Homepage des Wettbewerbs.

Nationale Strategie
Mit der in 2019 beschlossenen Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung rückt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft neben den Privathaushalten auch die Sektoren Primärproduktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie Außer-Haus-Verpflegung stärker in den Fokus. Ziel ist es, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung in Deutschland auf Handels- und Verbraucherebene zu halbieren. Auch ist es erstmals gelungen, die Sektoren der gesamten Produktions- und Lieferkette auf konkrete und überprüfbare Reduktionsziele zu verpflichten.



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