Businesscatering in der Corona-Krise

Lösungen fürs Homeoffice

Wer zuhause arbeiten muss, hat nicht unbedingt Zeit, auch noch für sich zu kochen.
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Wer zuhause arbeiten muss, hat nicht unbedingt Zeit, auch noch für sich zu kochen.

Das Coronoavirus hat tausende Büromenschen ins Homeoffice katapultiert. Zum strukturierten Tag gehört dennoch eine kulinarisch attraktive Mittagspause zum Krafttanken. Fertig-Menü- und Catering-Experten bieten praktische Lösungen – auch für das virtuelle Team-Meeting.

Das Betriebsrestaurant ist geschlossen, doch die verbliebenen Mitarbeiter vor Ort sollen weiterhin mittags gut versorgt sein. Auch Kollegen im Homeoffice brauchen ein kulinarisches Highlight, um nach der Pause gestärkt an den Arbeitsplatz zurückzukehren?

#supportyourlocalcaterer

Als eine Aktion unter dem Hashtag #supportyourlocalcaterer hat die Berliner Event- und Business-Cateringplattform Heycater einen Lieferdienst fürs Homeoffice ins Leben gerufen – für Unternehmen und Privatpersonen. "EAT" heißt der neue Service, der sowohl Unternehmen als auch Corona-geschädigten Caterern zur Seite springt. "Im Schnitt sind unseren Partnern seit Mitte März 90 Prozent der Umsätze weggebrochen. Dazu haben wir mit EAT ein tolles Konzept an den Start gebracht, das Kunden den Zugang zur Catering-Welt ermöglicht und unseren Partnern eine Perspektive durch die Krise gibt", so Henrik Piroth, COO und Geschäftsführer bei Heycater. Unternehmen können über EAT ihre Belegschaft auch zuhause mit Catering versorgen und mit Essensgutscheinen subventionieren.
Auch für virtuelle Team-Events, Meetings und Online-Konferenzen sollen vorselektierte Menüs das Bestellen vereinfachen. Das Angebot ist zunächst auf fünfzehn Berliner Bezirke begrenzt. Die Speisen werden über den Vormittag geliefert und können in den Verpackungen über den Tag verteilt wieder erwärmt werden. Dies soll Verspätungen vermeiden und das strukturierte Arbeiten im Homeoffice unterstützen.

Auch Mymy Catering bietet gemeinsam mit Lieferpartner Aveato einen neuen Homeoffice-Service an. Mit Grocery Boxen, warm gelieferten Gerichten, Wraps und Bowls sind ebenfalls die Organisatoren virtueller Team-Lunches und -Meetings die Zielgruppe. Das Lieferfenster der Angebote von Frühstück über Brunch bis Lunch richtet sich nach Gästezahl und danach, wie nahe die Lieferadressen beieinander liegen. Das Versprechen: Alle Teilnehmer erhalten rechtzeitig zum Beginn des Online-Events ihre Bestellung. Das Angebot gilt für viele Städte von München über Düsseldorf bis Hamburg und Berlin.

"Stay-safe" heißt das zusätzliche Angebot für Privatkunden der international aufgestellten Online-Plattform. Mymy Catering liefert Menü-Boxen nach Hause oder ins Büro. Da der Mindestbestellwert bei 50 Euro liegt, empfehlen die Macher, größere Mengen auf Vorrat zu ordern. Ein Gutschein-Code gewährt 5 Euro Rabatt.

In Eigenregie digital neu aufgestellt

Ohne Hashtag, aber unter dem beherzten Motto "support yourself" hat der klassische Hochzeitscaterer Partyservice Mattes in Rottweil sich in Windeseile selbst ein komplettes Online-Gastro-System entwickelt. Unter dem Aktions-Motto "Schneider bringt’s" kann jedermann bis 20 Uhr sein Essen für den nächsten Tag bestellen – online oder klassisch per Telefon. Bezahlt wird bargeldlos, geliefert kontaktlos – und ab 20 Euro Bestellwert auch kostenfrei. Zielgruppen sind neben Menschen im Homeoffice öffentliche und soziale Einrichtungen, Stadtverwaltungen, Kirchengemeinden, Krankenhäuser und Pflegedienste der Umgebung. 

Statt Kurzarbeit und Kopf in den Sand stecken setzt Firmenchef Philipp Schneider auf einfach Machen. Er fühlt sich für seine 20 Festangestellten und rund 60 Aushilfen verantwortlich und will ihre Gehälter weiter zahlen. Also arbeitet das Service-Personal nun im Zusteller-Modus. Der Anfang laufe gut, so Schneider. Man liefere die Mittagessen innerhalb einer Stunde aus. Und weil der Anpacker nicht nur sich und seine Mitarbeiter weiterbringen will, hat er auf der neuen Homepage das "Solidaritätsessen für Bedürftige" eingerichtet. Für 7 Euro kann jeder ein Menü spendieren – klicken genügt.

Office-Paket und Online-Shop

Bohnen im Speckmantel – handgefertigt und auch im Homeoffice erhältlich.
Hofmann Menü-Manufaktur
Bohnen im Speckmantel – handgefertigt und auch im Homeoffice erhältlich.
Frisch gekocht, schockgefrostet und tiefgekühlt ausliefern, heißt das Prinzip der Hofmann Menü-Manufaktur. Sie hat für die Dauer der Corona-Beschränkungen eine Sonderaktion konzipiert: 25 verschiedene Fertigmenüs im Paket zum Fixpreis für das Büro-Team. Zu den Menü-Paketen können Unternehmen bei Bedarf Tiefkühlschränke, Heißluftöfen oder Mikrowellen ordern. Dieser Geräteservice ist im Fixpreis enthalten und sorgt dafür, dass die tiefgekühlten Gerichte gelagert und fachmännisch regeneriert werden können. Zugestellt werden die Office-Pakete durch die firmeneigene Lieferlogistik des TK-Menüspezialisten. Sobald alles wieder normal läuft, werden die Küchengeräte wieder abgeholt – oder das Unternehmen entscheidet sich, die Ausstattung zu kaufen und weiter zu nutzen.

Auch Mitarbeiter im Homeoffice können die TK-Menüs über den Online-Shop der Hofmann Menü-Manufaktur ordern. Sie werden über den Lieferpartner DHL kontaktlos zugestellt. 

Frisch produziert zum Abholen

Die Sander-Frischemanufaktur in Rheinland-Pfalz hat ihre Produktion kurzfristig für den Werksverkauf auch an Privatpersonen geöffnet. Da nicht auf Vorrat gekocht werde, sei eine Online-Bestellung im Voraus unabdingbar, erläutert das Unternehmen den Ablauf. Nach ein bis drei Werktagen könnten die Bestellungen vor Ort abgeholt werden. Wer nahe der Autobahn 61 im Rheinhessischen lebt, kann sich so auf kurzem Wege mit Menüs für die Homeoffice- und Homeschooling-Familie versorgen.


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