Branchentalk im Café Future live

Das Wichtigste am Essen: Geschmack und Genuss


Sustainability-Expertin Nadja Flohr-Spence im Gespräch mit Bio-Mentor Thomas Voß (re.) und Burkart Schmid.
Thomas Fedra
Sustainability-Expertin Nadja Flohr-Spence im Gespräch mit Bio-Mentor Thomas Voß (re.) und Burkart Schmid.

Sustainability-Expertin und Food-Scout Nadja Flohr-Spence und der Bio-Mentor Thomas Voß im Experten-Talk mit gv-praxis-Chefredakteur Burkart Schmid im Café Future live am Internoga-Montagnachmittag. Ihr Thema: "Umwelt – Zero Waste, Footprint, Tierwohl ... alles zu radikal?"


Die Gründerin der Sustainable Food Academy bringt ihre Eindrücke frisch aus dem kulinarischen Hotspot Berlin mit und findet, eher nein. Zurzeit gebe es eine hohe Dynamik. "Ich lebe seit 15 Jahren in Berlin und beschäftige mich mit Ernährung. Die letzen acht Jahre waren einfach unbeschreiblich." Sie beobachtet eine Rückbesinnung auf unsere Wurzeln: Metzgerhandwerk, alte Getreidesorten, Healthfood, Craft Beer, hochtransparente Küchen. Touristen, sagt sie, kommen gezielt nach Berlin, um sich über vegane Trends zu informieren.

Junge Weltenbummler als Fachkräfte binden

Dass die Entwicklung eine intensive, durchgreifende ist, spiegele sich auf der Internorga. Wiesenhof tische Pflanzenburger auf und die Stände mit Insektenprodukten seien permanent umringt. Das Bewusstsein für gesundheitsorientierte, hippe und klimafreundliche Ernährungsweisen ist tief in der Gesellschaft angekommen, ist sie überzeugt. "Kaum ein Unternehmen im Foodbusiness, das nicht mit veganen Produkten oder Gerichten wirbt", konstatiert sie sichtlich zufrieden.

Stimmen von der Internorga: "Perfekt für die Pflege der Kontakte"


Flohr-Spences aktuelles Projekt ist der Berliner Zalando-Campus für rund 5.000 Mitarbeiter zusammen mit einem
großen Carterer. Die künftigen Gäste sind zwischen 24 und 35 Jahre alt und kommen aus aller Welt. Sie sollen weder zu den angesagten Berliner Gastronomen weiterziehen noch zum nächsten attraktiven Arbeitgeber. Daher seien Trendfood, To-go-Konzepte, gesund und vegan enorm wichtig.

Seit Jahrzehnten nachhaltig

"Zu uns kommen sogar die Oecotrophologie-Studenten zum Essen". Der Klinikverantwortliche Voß ist bereits seit 1997 im überaus kostengetriebenen Gesundheitswesen kontinuierlich kreativ, um über nachhaltiges Agieren die Essensqualität zu verbessern – und damit das Image der Einrichtung. "Wenn ich die Verschwendung von Lebensmitteln reduziere, spare ich sehr viel Geld. Das kann ich nutzen, um Fleisch aus artgerechter Tierhaltung regional zu beziehen oder meine Frischmilchprodukte direkt am Klinikstandort Münster."
Sein Credo: Mitarbeiter einbinden. Der Aha-Effekt transparenter Tonnen für die Lebensmittelreste wirkte sich umgehend positiv aus. "Es ist die Summe der kleinen Schritte, die letztlich den Unterschied macht", beweisen seine guten Zahlen. Sein neustes Projekt: Ein Neubau wird demnächst über Solarmodule unter anderem den Strom für zwei E-Fahrzeuge liefern, die auf dem Gelände genutzt werden.

Einfach gemeinsam verantwortlich

Weder in der Gemeinschaftsgastronomie noch beim Bäcker muss immer alles bis zum Schluss vorrätig sein. Dies hätten heute schon viele verinnerlicht. Gäste und Kunden akzeptierten fehlende Brotsorten um 19 Uhr, wenn das Personal die Message gut rüberbringen kann. Dies bestätigen Nadja Flohr-Spence und Thomas Voss einstimmig. Immer mehr Menschen gehen den Weg nachhaltigen Essens gerne mit.

 

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