Capterra / Nutzerstudie 2020

Anschub für bargeldfreies Bezahlen

Mehr als die Hälfte aller Deutschen hat einer aktuellen Studie zufolge eine mobile Bezahl-App auf dem Handy installiert.
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Mehr als die Hälfte aller Deutschen hat einer aktuellen Studie zufolge eine mobile Bezahl-App auf dem Handy installiert.

Die Minimierung des Infektionsrisikos mit Corona ist für einen großen Teil der Deutschen ein Motivationsfaktor, sich für eine bargeldlose Zahlung zu entscheiden. Die Software-Vergleichsplattform Capterra hat 1.000 Deutsche zu ihrem Zahlungsverhalten befragt – und dabei herausgefunden, dass die Coronakrise die Nutzung bargeldfreier Bezahlmethoden antreibt, Barzahlung aber dennoch die beliebteste Zahlungsart hierzulande bleibt.

Die Entwicklung seitens Konsument und Händler hat sich in den vergangenen Monaten deutlich bemerkbar gemacht: Viele Geschäfte, die vor Ausbruch der Pandemie nur Barzahlungen erlaubt haben, ermutigen jetzt sogar zur Zahlung per Karte. Andere Geschäfte und Gastro-Betriebe nehmen überhaupt keine Münzen und Scheine mehr an. Am 15. April verdoppelte die Deutsche Kreditwirtschaft das Limit für die Kartenzahlung ohne PIN-Eingabe auf 50 Euro pro Nutzung, um “das berührungslose Bezahlen als hygienische Bezahlmethode in der aktuellen Situation zu unterstützen.” Neben der Kartenzahlung nimmt auch die Bezahlung mit dem Smartphone via virtueller Geldbörsen in der Krise zu
 
Inwieweit sich die Zahlungspräferenzen (außerhalb des virtuellen Raums) durch die Krise geändert haben, hat eine aktuelle Capterra-Studie mit über 1.000 Teilnehmern untersucht. 

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

59 Prozent der Deutschen bevorzugen Barzahlungen, da sie sicherstellen möchten, dass sie immer und überall bezahlen können.

54 % der Deutschen
haben eine mobile Zahlungs-App installiert. 
 
Die regelmäßige Bezahlung per mobiler Geldbörse ist in der Krise um 7 Prozentpunkte gestiegen.
 
38 % kaufen lieber in Geschäften ein, die bargeldloses Bezahlen anbieten, als bei Wettbewerbern, die dies nicht tun.
 
Eine virtuelle Geldbörse oder Mobile Wallet-App (Apple Pay, Google Pay oder auch Apps von Volks- und Raiffeisenbank, Sparkasse oder Postbank) haben der Studie zufolge immerhin bereits 54 Prozent der Teilnehmer installiert. Dabei nutzen 97 Prozent ihr Smartphone für das mobile Bezahlen und 3 Prozent eine Smartwatch. Jüngere Generationen nutzen mobile Wallet-Apps häufiger als Ältere. Die regelmäßige Bezahlung per virtueller Geldbörse ist in der Krise auf 61 % gestiegen – plus 7 Prozentpunkte.

Kontaktlos Bezahlen via Smartphone 

35 Prozent der Befragten nutzen mobile Zahlungs-Apps, da sie die schnellste Art des Bezahlens sind. 29 Prozent der Nutzer geben an, virtuelle Geldbörsen aus gesundheitlichen Gründen zu nutzen, da komplett kontaktloses Bezahlen möglich ist (keine Eingabe der Pin wie bei der Kartenzahlung). 
Die Barzahlung ist laut Umfrage aber dennoch die beliebteste Zahlungsart in Deutschland – und das bei allen Altersgruppen. Damit hinkt Deutschland, was das bargeldlose Bezahlen angeht, im Vergleich zu seinen Nachbarländern weit hinterher. In den Niederlanden ist die Debitkarte mit 53 Prozent und in Frankreich mit 56 Prozent die beliebteste Zahlungsmethode. In Italien schafft es die Kreditkarte mit 30 Prozent auf den ersten Platz.

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