Chefs Warehouse at Störtebeker / Interview

Südafrikanisches Konzept für Elbphilharmonie

Das südafrikanische Konzept Chefs Warehouse zieht an die Elbe.
Claire Gunn
Das südafrikanische Konzept Chefs Warehouse zieht an die Elbe.

Das südafrikanische Foodsharing-Konzept Chefs Warehouse zieht Ende April in das Störtebeker Restaurant der Hamburger Elbphilharmonie. Der Gastro-Unternehmer Christoph Strenger zeichnet dafür verantwortlich. Das Konzept gibt es bisher an drei Standorten in Kapstadt. Die Küche ist saisonal, regional und modern. Die Gerichte werden gangweise in der Tischmitte serviert.

Anfang Mai soll das Chefs Warehouse des Szene-Kochs Liam Tomlin in der Elbphilharmonie starten. Das Konzept (bisher drei Standorte in Kapstadt) steht für kreative Küche und Casual Fine Dining, der Gastro-Unternehmer Christoph Strenger (SKM GmbH) bringt es nun nach Hamburg.

Das Chefs Warehouse at Störtebeker umfasst rund 200 Quadratmeter und wird 95 Sitzplätze bieten. Zudem gibt es eine separate Bar (65 Quadratmeter), dazu Außenterrasse (bei gutem Wetter) und einen Balkon mit Blick auf die Elbe. Die Preise für die Menüs werden voraussichtlich zwischen 39 Euro und 45 Euro pro Person liegen. 

Global inspirierte Gerichte werden hier nach dem Sharing-Prinzip in Drei-Gänge-Menüs in der Tischmitte serviert. Fester Bestandteil der Speisenfolge ist ein Risotto sowie Gänge mit Fisch, Fleisch und rein vegetarischen Komponenten. Zusätzlich im Angebot: Austern.

Chefs Warehouse at Störtebeker: Südafrikanisches Konzept in der Elbphilharmonie



Im Interview mit FOOD SERVICE spricht Christoph Strenger über die Küche des Konzepts, die Preisgestaltung und ob weitere Eröffnungen des Konzepts in Deutschland geplant sind.

Lieber Herr Strenger, was zeichnet die Küche im Chefs Warehouse aus?

Christoph Strenger:
Die Küche im Chefs Warehouse ist keinesfalls südafrikanisch, selbst wenn in Kapstadt auch mal Springbock auf dem Teller landet. Mein Freund Liam Tomlin, der Schöpfer der Chefs Warehouse Restaurants, ist selbst Ire und hat bereits in den besten Küchen Europas gekocht. Bevor er sich in Kapstadt niedergelassen hat, wurde sein Restaurant Banc in Sydney u.a. zum Restaurant des Jahres gekürt. In Südafrika hat er mit diesem globalen Erfahrungsschatz eine gehobene, kontrastreiche Küchenphilosophie entwickelt, mit Bezug zu regionalen Produkten, die aufwendig und nachhaltig verarbeitet werden. Der Fokus liegt hier auf Vielfalt. Statt klassischen Tellergerichten, gibt es im Chefs Warehouse mehrere kleine Gerichte, die in Form eines Menüs zum Teilen in der Tischmitte serviert werden.

Lassen sich die südafrikanischen Gerichte für den deutschen Markt eins zu eins übernehmen oder ist eine Anpassung notwendig?
Die Küchenausrichtung im Chefs Warehouse at Störtebeker wird der von Liam Tomlin’s Chefs Warehouse Restaurants in Kapstadt entsprechen. In diesem Fall dann mit engem Bezug zu saisonalen Produkten aus unserer Region. Wird in Südafrika also ein Gericht mit Springbock kreiert, verwenden wir in Hamburg eher Reh aus heimischen Wäldern. Unser Küchenteam hier in Hamburg arbeitet deshalb bereits seit geraumer Zeit eng mit den Chefs in Südafrika zusammen, um Liams großartige Vision hier in Hamburg so authentisch wie möglich umzusetzen. Selbstverständlich wird es auf der Weinkarte einige gute Tropfen aus Südafrikas Winelands geben, aber auch gute deutsche Weine.
 
Welches Publikum sprechen Sie mit dem Chefs Warehouse an?
Alle Menschen, die gerne gut essen gehen! Konzertgänger und alle Elbphilharmonie-Besucher. Aber vor allem Hamburger, von denen ja bekanntlich viele im deutschen Winter nach Südafrika reisen und das Chefs Warehouse bereits aus dem Urlaub kennen und lieben. Genau wie in Kapstadt werden die Preise sehr angemessen gestaltet sein. Es handelt sich also um ein Konzept, das nicht nur dem großen Geldbeutel zugänglich sein wird.
 
Sind weitere Eröffnungen des Konzepts in Deutschland geplant?
Nein, bisher nicht. Es handelt sich um ein Projekt, dass aus einer gastronomischen Freundschaft und aus der Leidenschaft für gute Küche heraus entstanden ist. Nicht etwa um ein klassisches Franchise-Modell.
Christoph Strenger
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Christoph Strenger


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