Corona | Hersteller & Händler

Altes Umsatzniveau rückt in weite Ferne

Die Corona-Krise macht auch der Zulieferbranche zu schaffen.
Adobe Stock
Die Corona-Krise macht auch der Zulieferbranche zu schaffen.

Insgesamt drei Viertel der Hersteller und Händler in der Foodservice-Branche hat noch nicht wieder das alte Umsatzniveau aus der Vor-Corona-Zeit erreicht, wie eine exklusive Umfrage von gv-praxis und foodservice in Kooperation mit dem Großhandelsunternehmen Transgourmet zeigt.

Insgesamt beteiligten sich an der Online-Befragung rund 160 große und kleine Hersteller und Händler aus der Foodservice-Branche und gaben Auskunft zur wirtschaftlichen Situation, Veränderungen im Unternehmen, Personalmangel und künftigen Herausforderungen. Danach geht jeder zweite Befragte davon aus, frühstens im kommenden Jahr wieder die alten Umsätze aus 2019 erwirtschaften zu können, jeder Dritte ist hingegen davon überzeugt, diese erst wieder ab 2023 zu erreichen. Mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron könnten sich diese Prognosen mehr als bewahrheiten.

Unsicherheiten nehmen zu

Dabei bewertet knapp jeder fünfte Befragte seine wirtschaftliche Situation als "eher schlechter" bzw. "eher viel schlechter" im Vergleich zu 2020. Und jeder Dritte gibt an, dass sich die wirtschaftliche Lage im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert hätte. Die wirtschaftliche Situation bleibt also bei gut der Hälfte der Hersteller und Händler angespannt. 

Zukunft nicht planbar

Als größte Herausforderung der nächsten zwölf Monate sehen gut 57 Prozent der Befragten die geringe Planbarkeit der Zukunft. Wird es etwa doch noch einen vierten Lockdown geben? Was passiert, wenn die Lebensmittel- und Energiepreise weiter drastisch anziehen? Und wie umgehen mit dem sich verschärfenden Rohstoffmangel? Viele Fragen, die die Industrieunternehmen in der Foodservice-Branche umtreiben. Auch den Personalmangel sieht jeder zweite Hersteller bzw. Händler als großes Problem. So fehlt es beispielsweise an LKW-Fahrern und Produktionsmitarbeitern.

Auch ein geringeres Gästeaufkommen bzw. dauerhaftes Wegbleiben der Gäste bereitet einen Großteil (46,7 %) der befragten Unternehmenslenker Sorgen. Zudem nehmen viele Umfrageteilnehmer einen verschärften Wettbewerb in der Zuliefer-Branche wahr. Umso mehr kommt es darauf an, mit einem klaren Profil und einem zeitgemäßen Angebot beim Gastronomie-Kunden zu überzeugen.

Mehrheit hat Veränderungen forciert

Als Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen haben nahezu 80 Prozent der Befragten an ihren Angeboten und Konzepten gefeilt. Ein Drittel hat sich dabei externe Unterstützung mit ins Haus geholt. Doch was haben die Unternehmenslenker konkret verändert? Auf Platz 1 rangiert die Digitalisierung (66 %), gefolgt von der Optimierung der Prozesse (57%). Direkt danach folgt bereits auf Platz 3 das Mega-Thema Nachhaltigkeit. Gut jeder Zweite hat in diesem Themenfeld Maßnahmen ergriffen und beispielsweise das vegetarische Angebot ausgebaut oder Bio-Produkte mit ins Sortiment aufgenommen. Gleichzeitig haben viele Hersteller und Händler versucht, neue Märkte zu erschließen, um das eigene Geschäft krisensicherer aufzustellen.

Transformations-Killer

Doch bei den bereits eingeleiteten Maßnahmen soll es nicht bleiben: Drei Viertel der Befragten planen weitere Veränderungen in den kommenden Monaten. Größte Hürde bei der nötigen Transformation ist die mangelnde Kommunikation: Gut jeder zweite Befragte sieht dies als Hürde auf dem Weg der Veränderung. Reden ist in diesem Falle also "Gold", schließlich wollen sich alle abgeholt und mitgenommen fühlen. Die positive Botschaft zum Schluss: Die Mehrheit der Befragten (84 %) sieht sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2020 gut bis sogar sehr gut aufgestellt.
stats