Corona-Einfluss auf Marktdaten (III)

75 Prozent weniger Ausgaben in der Gastronomie

Alle Restaurants geschlossen: Die Corona-Ausbreitung führt die Gastro-Branche in eine massive Krise.
imago images / Maria Gänßler
Alle Restaurants geschlossen: Die Corona-Ausbreitung führt die Gastro-Branche in eine massive Krise.

Jochen Pinsker, Marktforscher der npdgroup, sieht das Ende einer weiteren Negativentwicklung der Umsätze. Die aktuellen Zahlen für die Kalenderwoche (KW) 12 liegen vor.

Nicht mehr oder nur noch wenig weiter werden die Umsätze im Außer-Haus-Markt in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie sinken. Das prognostiziert die npdgroup. "Wir haben nun einen Basissatz erreicht, man könnte es auch Grundversorgung nennen", erklärt Jochen Pinsker, Senior Vice President, npdgroup, Nürnberg. Das Niveau wird voraussichtlich gehalten, außer es werden die Ausgangsbeschränkungen verschärft oder andere Restriktionen eingeführt.
Der Foodservice-Markt in Deutschland hat in der KW 12 (16.-22.03.) nur noch knapp ein Viertel des Umsatzes einer durchschnittlichen Märzwoche im Jahr 2019 generiert. Die Anzahl der Besuche liegt bei einem Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Eher teure Transaktionen, wie sie in der Fullservice-Gastronomie üblich sind, bleiben aufgrund der Schließungen aus. Sprich: Ein Drittel der Gäste repräsentiert nun ein Viertel der Umsätze. Während im März 2019 der Umsatz pro Woche bei knapp 1,5 Mrd. Euro lag, wird er in den letzten Märzwochen nur noch rund 400 Mio. Euro liegen betragen.

Bäckereien, Metzgereien und Supermärkte konnten sich weiter behaupten. Die vermuteten Profiteure gewinnen allerdings weniger als gedacht. Lieferdienste halten sich stabil und gut. "Das liegt auch daran, dass viele Gastronomen die vor der Krise noch nicht geliefert haben nun auch ins Delivery-Geschäft eingestiegen sind. Die Umsätze verteilen sich deshalb auf mehr Player", deutet Pinsker die Zahlen. Kleinere Gastronomen haben sich zum Beispiel zusammengeschlossen und meistern gemeinsam das neue Geschäftsfeld.

Gruppen-Bestellungen fallen weg

Warum die Lieferdienste weniger stark zulegen als gedacht erläutert Pinsker auch anhand des Begriffs Occasions (Gelegenheiten/Anlässe). Denn für Lieferdienste fallen viele Bestellungen weg, weil beispielsweise keine Meetings stattfinden oder sich größere Gruppen nicht zu Hause treffen um beispielsweise gemeinsam Fußball zu schauen. Es bleiben ebenso Einkäufe beim Bäcker oder Metzger aus, da viele Arbeitnehmer, Schüler und Studenten nun im Homeoffice arbeiten und nicht mehr pendeln.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigten erste Auswirkungen in der KW 10: ein niedriges, zweistelliges Minus. In der KW 11 dann ein Minus um ca. ein Viertel.
Über die npdgroup:
Die npdgroup betreibt in Deutschland und 12 weiteren Ländern weltweit das CREST Verbraucherpanel. Die vorgenannten Daten basieren auf ersten Ergebnissen aus diesem Instrument, die aufgrund der aktuellen Lage derzeit wöchentlich betrachtet werden.



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