Corona-Einfluss auf Marktdaten (IV)

Es geht bergauf - aber sehr langsam

Wichtig für die Recovery-Phase: das Take-away-Geschäft für Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zum Shopping.
imago images / Hans Lucas
Wichtig für die Recovery-Phase: das Take-away-Geschäft für Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zum Shopping.

"Wir sehen in unseren aktuellen Daten für die erste Mai-Woche, dass der Gastronomie-Umsatz sehr, sehr langsam nach oben geht", erklärt Jochen Pinsker, Senior Vice President der npdgroup, Nürnberg. Es ist die dritte Woche mit minimaler, signifikanter positiver Entwicklung.

Nachdem sich die Foodservice-Branche seit Mitte März auf der Baseline von 25 Prozent des Umsatzes vor Corona bewegte, erzielten die Gastro-Betriebe in Deutschland in der Kalenderwoche 19 (4.5.-10.5.) 33 bis 35 Prozent des Umsatzes im Vergleich zu einer "normalen" Woche. Es scheint, dass nach den Phasen des Lockdowns und der Baseline nun die Phase der Erholung/Recovery begonnen hat. Vorraussichtlich wird diese länger dauern als die Phase des Lockdowns, bevor die Zeit des "New Normal" beginnt. 
Interessant ist laut Marktforscher Pinsker, dass vor allem die Betriebe mehr Geschäft machten, die bereits vor den ersten Lockerungen geöffnet hatten und Umsatz machen konnten: Delivery- und Take-away-Anbieter sowie Gastro-Hybride (z.B. Bäcker, Metzger, Tankstellen, Retail). Vom langsamen Aufheben der Restriktionen profitiert demnach die klassische Quickservice-Gastronomie mit ihrem To-go-Sortiment, der Liefer- und Drive-In-Optionen. Weniger für die minimale Verbesserung der Zahlen sind die ersten Restaurant- und Café-Eröffnungen verantwortlich.

Was deutlich wird: Mehr Menschen gehen wieder zur Arbeit und mehr Geschäfte haben offen. Das heißt, dass es mehr Occasions (Gelegenheiten/Anlässe) gibt, auf dem Weg zur Arbeit oder zum Shopping. Pluswerte zeigen sich bei Frühstück, Mittagessen und Nachmittagssnacks. Dennoch ist keinerlei positive Entwicklung im Segment Kantinen/Mensen zu sehen.
 
Sowohl die Verbraucher als auch die Gastronomen haben sich auf das neue "Business as unusual" eingestellt und es gibt eine gewisse Routine im komplett anderen Alltag. Vor allem männliche Verbraucher zwischen 16 und 29 Jahren sind eher bereit, zum normalen Verzehrsverhalten zurückzukehren. 

Über die npdgroup
Die npdgroup betreibt in Deutschland und zwölf weiteren Ländern weltweit das CREST Verbraucherpanel. Die vorgenannten Daten basieren auf ersten Ergebnissen aus diesem Instrument, die aufgrund der aktuellen Lage derzeit wöchentlich betrachtet werden.



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