Corona-Hilfen

Wirt wollte halbe Million abgreifen

Corona-Hilfen: Wirt versuchte sich unrechtmäßig zu bereichern.
Imago Images / Steinach
Corona-Hilfen: Wirt versuchte sich unrechtmäßig zu bereichern.

Gegen einen Gastronomen aus dem baden-württembergischen Rottweil wurde Haftbefehl erlassen. Er soll versucht haben, mehrfach Soforthilfe zu beantragen und sich so fast eine halbe Million Euro zu ergaunern.

Insgesamt 18 Mal soll er Corona-Soforthilfe beantragt haben, jeweils unter verschiedenen Namen und der Angabe anderer Unternehmensdaten. Insgesamt kam der Wirt aus Rottweil in Baden-Württemberg damit auf Forderungen in Höhe von insgesamt 488.000 Euro. Dabei wurden Liquiditätsengpässe offensichtlich einfach frei erfunden, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.
Gegen den 32-jährigen Unternehmer und Betreiber einer Gaststätte wurde nun Haftbefehl erlassen. Das teilen die Staatsanwaltschaft Rottweil und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit. Der Mann wurde bereits Ende vergangener Woche festgenommen.

Mehrere Konten für Hilfsgelder eröffnet

Besonders dreist: Der Beschuldigte eröffnete, offenbar um die Prüfinstanzen der Bewilligungsbehörde für Corona-Hilfen zu täuschen, mehrere Konten, auf die die unrechtmäßig beantragten Hilfen überwiesen werden sollten.


Zudem agierte er in seinen Betrügereien enorm hartnäckig: Den letzten der erwähnten 18 Anträge stellte er tatsächlich zwei Tage nachdem die Kriminalpolizei bereits seine Wohnung einmal durchsucht hatte. Der Beschuldigte, italienischer Staatsbürger, befindet sich nun in Untersuchungshaft. Dass Gastronomen trotz allem aber in Corona-Zeiten Hilfe benötigen, ließen die Behörden auch in seinem Fall gelten. Laut Staatsanwaltschaft wurde immerhin tatsächlich zumindest ein Teil der beantragten Summe ausbezahlt.

Dieser Text erschien zuerst in unserer Schwesterzeitung ahgz.


stats