Corona-Krise / Lockdown-Verlängerung

Dehoga fordert neben Finanzhilfe Perspektiven

Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbands, fordert vollumfängliche Finanzhilfen für alle Betroffenen des Gastgewerbes sowie konkrete Perspektiven für eine Öffnung sowie zur Impfstrategie.
© DEHOGA Bundesverband/Svea Pietschmann
Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbands, fordert vollumfängliche Finanzhilfen für alle Betroffenen des Gastgewerbes sowie konkrete Perspektiven für eine Öffnung sowie zur Impfstrategie.

Hotellerie und Gastronomie erwarten die schnelle Auszahlung der Finanzhilfen, aber auch Perspektiven für das neue Jahr, so der Dehoga Bundesverband in einem Statement zum abermals verlängerten Lockdown aufgrund des Corona-Infektionsgeschehens. Schnelltests für Events und eine Impfstrategie für Unternehmen und ihre Mitarbeiter müssten auf den Tisch. Außerdem müsse die Verfolgbarkeit von Infektionsketten digital unterstützt schneller funktionieren.

„Der Totalausfall des Weihnachts- und Neujahrsgeschäfts und der gesamten Weihnachtsferien sind für die Branche kaum zu verkraften.“
Guido Zöllick, Präsident, Dehoga Bundesverband
Die Entscheidung von Bund und Ländern, den Lockdown zu verlängern, habe keine inhaltlichen Lockerungen, aber doch Klarheit für die Feiertage und zum Jahreswechsel gebracht. Der Dehoga hatte sich dafür eingesetzt, dass die Politik die Entscheidung über eine mögliche Verlängerung der Betriebsschließungen nicht bis zur Ministerpräsidentenkonferenz am 15. Dezember hinauszögert.

Dennoch nähmen Verzweiflung und Existenzängste zu, kommentiert Dehoga-Präsident Guido Zöllick. "Die beschlossenen Hilfen für das Sonderopfer, das das Gastgewerbe gemeinsam mit der Kultur-, Freizeit- und Veranstaltungswirtschaft erbringt, sind zwingender denn je. Sie müssen kurzfristig und in ausreichendem Maße in allen Unternehmen ankommen", fordert Zöllick angesichts der neuen Lage. 

Vier konkrete Forderungen

1. Die Novemberhilfe schnell und umfassend
Die bisherigen Abschlagszahlungen von maximal 10.000 Euro für viele Betriebe seien in der mittlerweile fünften Lockdown-Woche lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. "Wir erwarten, dass jetzt höhere Abschlagszahlungen ermöglicht werden, so wie sie unter anderem die FDP und einige Wirtschafts- und Finanzminister der Länder ins Spiel gebracht haben." Sollte die Auszahlung der Novemberhilfe erst im Januar möglich sein, müsse sie deutich höher ausfallen, um Insolvenzen zu verhindern. "Die Hilfen müssen zudem für alle von den Corona-Maßnahmen betroffenen Betriebe unserer Branche – unabhängig von Größe und Betriebsform – gezahlt werden."

2. Beihilferechtliche Fragen schnellstmöglich klären
Zahlreiche Fragen zu den November- und Dezemberhilfen seien noch ungeklärt. "Auch dieses Geld muss zeitnah in den Betrieben ankommen, sie sind auf diese finanzielle Unterstützung dringend angewiesen."

3. Ausreichende Finanzhilfen auch für den bis 10. Januar verlängerten Lockdown
Nachdrücklich fordert der Dehoga die Hilfszahlungen über den 20. Dezember hinaus gleichwertig als Überbrückungshilfe III weiterzuführen. Zu begrüßen seien bekannt gewordene Details dazu, wie etwa die Heraufsetzung der maximalen monatlichen Fixkostenerstattungen von 50.000 auf 200.00 Euro. Dennoch gebe es noch zu viele offene Fragen. "Es muss sichergestellt werden, dass tatsächlich alle betroffenen Unternehmen ihre Fixkosten erstattet bekommen."
4. Öffnungsperspektiven für die Branche
"Wir fordern Bundesregierung und die Landesregierungen auf, diese Perspektiven kurzfristig, konsequent und nachhaltig im Dialog zu erarbeiten. Im Rahmen der Impfstrategie müssen auch Mitarbeiter und Unternehmer unserer Branche berücksichtigt werden. Insbesondere bei Veranstaltungen müssen auch Schnelltests ermöglicht werden. Zudem muss die Nachverfolgung der Infektionsketten bei den Gesundheitsämtern – auch durch den stringenteren Einsatz digitaler Möglichkeiten – vorangetrieben werden", fordert der Dehoga Bundesverband sehr konkret.

Sie möchten Aktuelles zum Thema "Coronavirus und die Gastro-Branche" lesen? Mehr fachlichen Input finden Sie in unserem "Coronavirus und die Gastro-Branche"-Dossier.
stats