Corona-Krise | Schulcatering

Situation für Schulcaterer bedrohlich

Homeschooling statt volle Klassenräume: ein Desaster für die Schulcaterer.
© imago images/Ralph Lueger
Homeschooling statt volle Klassenräume: ein Desaster für die Schulcaterer.

Den Kita- und Schulverpflegern geht langsam die Luft aus. So groß die Umsatzeinbußen, so klein die finanziellen Hilfen der Politik. Ein Lagebericht.

Dieser Text ist ein Exzerpt. Lesen Sie den ganzen Beitrag in der ersten Ausgabe der gv-praxis 2021. Jetzt im E-Paper lesen

Carola Petrone atmet tief durch. So langsam verzweifelt sie an der Situation. Ein Gefühl, was die Chefin des Münchner Kita- und Schulverpflegers Il Cielo nicht kennt. "Man sitzt auf heißen Kohlen und weiß nicht, wie es weiter geht", sagt die Vollblutunternehmerin. In normalen Zeiten produziert sie mit ihrem Team täglich rund 4.000 Essen für rund 40 Kitas und sechs Schulen in München. Davon ist sie derzeit weit entfernt – ihr bleibt allein die Notfallversorgung als Rettungsanker. Nach einem turbulenten Jahr mit Anordnungen zu Homeschooling, Wechselunterricht, Notbetreuung und ganzen Klassen in Quarantäne ist das finanzielle und nervliche Polster aufgebraucht.

Keine Verdienstmöglichkeit

Der Pausen- und Kioskverkauf an den Schulen sei im Freistaat aus Präventionsgründen schon seit März verboten. Das Anstehen in der Schlange berge ein erhöhtes Infektionsrisiko, lautet die Begründung der Landesregierung. Stattdessen liefen die Schüler nun in den nächsten Supermarkt, um sich dort mit den nötigen Snacks einzudecken und stünden dort genauso in der Schlange. "Dies wird von der Politik billigend in Kauf genommen", sagt sie und schüttelt den Kopf. Sie und ihr Team haben im vergangenen Halbjahr viel unternommen, um das Schulessen unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen weiter stattfinden zu lassen.

In vier Schulen kocht ihre Küchencrew – wenn gerade mal kein Lockdown ist – täglich frisch. Das war schon immer so, und darauf legt sie sehr viel Wert. Um in der Mensa Schlangen an der Essensausgabe zu vermeiden, werden die Schüler nun in vier Schichten klassenweise am Tisch bedient. Das bedeutet konkret: Jede Klasse hat ihre zugewiesene Essenszeit und ihren zugewiesenen Platz in der Mensa. Sobald alle Schüler sitzen, serviert ihr Team das vorportionierte Essen auf Tellern direkt an den Tisch. Ein Aufwand, den kaum jemand sieht. Ganz zu schweigen von den zusätzlichen Anschaffungen wie Plexiglasscheiben, Clochen und anderen Dingen.

All diese Auflagen und Einschnitte bleiben nicht ohne Folgen: Im vergangenen Jahr habe sich der Umsatz ihres Unternehmens halbiert. Von 30 ihrer gut 100 Mitarbeitenden musste sie sich inzwischen trennen – kein leichter Schritt. Die übrigen 70 Köpfe seien derzeit alle in Kurzarbeit.

Lesen Sie im kompletten Beitrag, wie es um das Kurzarbeitsgeld bei Schulcaterern steht und welche angekündigte Unterstützung fehlt und woher freiwillige Unterstützung kommt.  Jetzt im E-Paper lesen

Sie möchten Aktuelles zum Thema "Coronavirus und die Gastro-Branche" lesen? Mehr fachlichen Input finden Sie in unserem "Coronavirus und die Gastro-Branche"-Dossier.
stats