Corona-Krise/ Leaders Club

Leere Stühle in 75 deutschen Städten

Bundesweit macht die Aktion "Leere Stühle" des Leaders Club auf die derzeitige problematische Situation der Gastro-Branche in Deutschland aufmerksam. Hier ein Bild von der Aktion aus Frankfurt..
Thomas Fedra
Bundesweit macht die Aktion "Leere Stühle" des Leaders Club auf die derzeitige problematische Situation der Gastro-Branche in Deutschland aufmerksam. Hier ein Bild von der Aktion aus Frankfurt..

Leere Stühle an zentralen öffentlichen Plätzen – so kreativ machten heute Gastronomen auf die aktuell problematische Lage der Gastronomie in Deutschland aufmerksam. Die Aktion #LeereStühle des Gastronomie-Netzwerks Leaders Club Deutschland fand in insgesamt 75 Städten Anklang. In Frankfurt beteiligte sich die Initiative Gastronomie Frankfurt (IGF) mit 1.000 Stühlen auf dem Römerberg an der Kampagne.

"Es ging darum, möglichst viele Stühle, aber möglichst wenige Menschen auf den Plätzen zu haben", unterstreicht Leaders-Club-Präsident Michael Kuriat. "Dabei hat der Infektionsschutz für uns höchte Priorität. Alle Teilnehmer waren dazu aufgerufen, dafür Sorge zu tragen, dass keine Kollegen, Mitarbeiter oder Gäste zu den Aktions-Orten kamen."

Positiv bewertet der Leaders Club Deutschland die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung zur temporären Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie und die Erhöhung des Kurzarbeitergelds. "Das ist ein großer Schritt nach vorne und wir danken allen, deren Überzeugungsarbeit für die Branche nun Ergebnisse zeigt. Allerdings müssen wir nun schauen, wie wir das Massensterben gastronomischer Betriebe verhindern, bis die Maßnahmen greifen", betont Michael Kuriat.

Protestaktion: Leere Stühle in Frankfurt


Der Verband fordert weitere Hilfsmaßnahmen von der Bundesregierung. So betonte beispielsweise Kerstin Rapp-Schwan, Vorstand des Leaders Club, dass die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ab dem vierten Monat an den Bedürfnissen der Mitarbeiter in der Gastronomie vorbeigehe. Diese bräuchten jetzt sofort mehr Unterstützung.

Patrick Rüther, Vorstandsvorsitzender des Clubs, forderte darüber hinaus eine Ausweitung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent auch auf Getränke. Zudem brauche es jetzt sofort weitere Zuschüsse, da ansonsten viele Gastronomen den 1. Juli gar nicht mehr erleben würden.

Protestaktion: Leere Stühle in München



Auch die Initiative Gastronomie Frankfurt (IGF), die die Protestaktion am Frankfurter Römer organisierte, reagierte mit einer Stellungnahme auf die neuesten Beschlüsse der Bundesregierung. Darin lobt sie die Beschlüsse zum reduzierten Mehrwertsteuersatz, bemängelt aber, dass die Befristung von einem Jahr zu kurz greift, da die Branche insgesamt im ersten Jahr nach der Öffnung nur auf 50 bis 75 Prozent des alten Umsatzniveaus kommen wird. Zudem betont sie die Notwendigkeit des vom Dehoga geforderten Rettungsfonds und fordert von  der Bundesregierung und den Landesregierungen einen konkreten Fahrplan für die Wiedereröffnung der Gastronomie. 

Protestaktion: Leere Stühle in Dortmund





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