Coronakrise

Vorsorgliche Insolvenz von Maredo

Die Steakhauskette Maredo meldet Insolvenz an.
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Die Steakhauskette Maredo meldet Insolvenz an.

Nach Vapiano trifft die Krise jetzt eine zweite bekannte Kette der Systemgastronomie: Maredo. Wesentliche Unternehmen der Gruppe haben Ende vergangener Woche vorsorglich Insolvenzantrag beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Ob Staatshilfen fließen, wird derzeit geprüft.

Auslöser waren laut Geschäftsleitung die massiven Auswirkungen der Corona-Krise, die zuerst zu einem gravierenden Umsatzeinbruch und dann zur Schließung aller Restaurants geführt haben. Damit kann das Unternehmen aktuell keine Einnahmen mehr erzielen, gleichzeitig müssen Mieten und Gehälter weiterbezahlt werden.

Maredo

Maredo, 1973 von Manfred Holl, Karl-Heinz Reinheimer und Udo Schlote gegründet, ist eine Steakhauskette mit 35 Restaurants in Deutschland sowie je einem Restaurant in Salzburg und Wien. Ende Februar 2017 übernahm Perusa-Fonds die Maredo-Gruppe. WICHTIG: Die Maredo Handels GmbH und die Maredo Frische GmbH, Gemeinschaftsunternehmen mit dem Lebensmittelhandel für eigene Produktlinien sowie – wie bei Maredo üblicher Standard – zertifiziertes Fleisch, sind von den Verfahren nicht betroffen. Sie bleiben bei gut sortierten Händlern unverändert im Angebot.


Aktuell trifft es 950 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland und 54 in Salzburg und Wien. Zuletzt erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 50 Millionen Euro. Zur Wahrung von Sanierungschancen wurde die besondere Form der Eigenverwaltung beantragt, die bisherige Geschäftsführung bleibt damit voll handlungsfähig.

Für die insolvenzrechtlichen Besonderheiten des Verfahrens wurde Andreas Elsässer als Chief Insolvency Officer (CIO) zusätzlich in die Geschäftsführung berufen. Für die österreichische Gesellschaft der Maredo-Gruppe wurde dessen Kollege Christoph Chardon als CIO bestellt. Die beiden Experten von "Elsässer" haben bereits eine Vielzahl von Sanierungen erfolgreich umgesetzt. Das Amtsgericht Düsseldorf hat Rechtsanwalt Nikolaos Antoniadis von Antoniadis & Ure als Sachverständigen beauftragt, die Lage bei Maredo zu prüfen.

Staatshilfen werden geprüft

Die Geschäftsführung prüft derzeit ebenfalls noch, ob Maredo Staatshilfe erhalten kann. Hierzu erwartet das Unternehmen noch diese Woche genauere Auskünfte von den zuständigen staatlichen Stellen bzw. den zuständigen Banken. Sollte Maredo die Voraussetzungen für Staatshilfe erfüllen, könnte das eingeleitete Verfahren wieder zurückgenommen werden.




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