Corona-Krise/Update Nachbarländer (VI)

Shutdown der britischen Gastronomie

Auch in Großbritannien müssen Gastronomie-Betriebe ab sofort ihre Türen geschlossen halten. Ausgenommen sind nur Take-away-Standorte.
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Auch in Großbritannien müssen Gastronomie-Betriebe ab sofort ihre Türen geschlossen halten. Ausgenommen sind nur Take-away-Standorte.

Die britische Regierung verschärft ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise: Auch in Großbritannien müssen ab sofort alle Pubs, Restaurants und Cafés ihre Türen schließen. Premier Boris Johnson forderte am Freitagabend alle britischen Unternehmen im Gastronomie und Entertainment-Sektor auf, ihre Betriebe noch am selben Tag so schnell wie möglich zu schließen. Ausgenommen sind Mitnahme- und Lieferdienste.

 
Hinweise darauf, wie lange die Zwangsschließung dauern wird, gab es in Johnsons Ansprache nicht. Nur so viel: Sie werde monatlich überprüft. "Wir möchten, dass Sie zu Hause bleiben, um das Gesundheitssystem zu schützen und Leben zu retten", so Johnson. 
 
Bereits vor der Ankündigung des britischen Regierungschefs hatten zahlreiche Gastronomie-Unternehmen im Königreich ihre Betriebe geschlossen oder auf Delivery-only umgestellt. So haben beispielsweise die Ketten Pho und Byron bereits Mitte der Woche Standorte dichtgemacht bzw. auf ausschließlichen Lieferservice umgeswitcht. 
 
Auch die Brauerei- und Einzelhandelsgruppe Greene King teilte am Freitag mit, dass seine 111 geführten Pubs im Zentrum Londons bis auf weiteres geschlossen würden. Das Unternehmen erklärte, es habe sich verpflichtet, das gesamte Personal bis zum 5. April zu bezahlen. Der Vorstandsvorsitzende von Greene King, Nick Mackenzie, forderte die Regierung auf, die dringend benötigte Unterstützung zum Schutz der Arbeitsplätze und des britischen Pubs zu leisten. 
 

Regierung übernimmt Teil der Löhne

Im Anschluss an die Verkündung des Shutdowns von Gastronomie- und Freizeit-Sektor, stellte der britische Schatzkanzler Rishi Sunak eine Reihe von Maßnahmen vor, die die Branche stützen sollen. Die Regierung werde 80 % der Löhne und Gehälter für nicht arbeitende Mitarbeiter zahlen - bis zu 2.500 Pfund pro Monat. Die Maßnahme soll drei Monate lang in Kraft sein und dann überprüft werden. Zugleich versprach Sunak, dass es "keine Begrenzung" der Finanzierung geben würde. Zudem werde die Mehrwertsteuer für alle Unternehmen bis Ende Juni aufgeschoben. Darlehen für Geschäftsunterbrechungen seien für 12 Monate zinsfrei - statt der zuvor angekündigten sechs Monate. 
 
Über Twitter kommentierte Kate Nicholls, Geschäftsführerin von UKHospitality, dem größten Branchenverband: „Es ist jetzt von entscheidender Bedeutung, dass alle Mietzahlungen für Gastgewerbeunternehmen - die am Mittwoch nächster Woche fällig sind - gestrichen oder gestundet werden. Sonst ist ein Massenzusammenbruch von Unternehmen wahrscheinlich, da die Unternehmen kein Geld haben. Es geht um große Summen, aber die Probleme wachsen, da das Geld erst Ende April fließt. Bisher hat noch kein Unternehmen einen Kredit erhalten, und den Unternehmen im Gastgewerbe - denen jetzt gesagt wurde, sie sollten schließen - wird das Geld ausgehen. Das Geld geht nicht innerhalb von Wochen, sondern innerhalb von Tagen zur Neige.“


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