Studenten im Lockdown

Einfluss auf Ernährung und Bewegung

Schmausen während einer "gemütlichen" Online-Vorlesung. Der Lockdown bekommt nicht allen Studenten.
IMAGO / Cavan Images
Schmausen während einer "gemütlichen" Online-Vorlesung. Der Lockdown bekommt nicht allen Studenten.

Der erste Corona-Lockdown hat den Lebensstil vieler Studierender verändert. Eine Befragung der Universität Hohenheim in Stuttgart zeigt positive wie negative Einflüsse auf Essverhalten, Bewegung und auch auf das Körpergewicht.

Wie sich soziale Isolation, Online-Lehre und eventuell durch die Pandemie erzeugte oder verstärkte Ängste und Sorgen auf den Alltag von Studenten auswirken, sollte im Sommer 2020 eine Studie des Instituts für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim in Stuttgart erheben. Im Fokus standen Bewegungs- und Ernährungsmuster.

Höhere Snacking-Lust

Ein Teil der Studierenden habe im Lockdown begonnen, Mahlzeiten öfter frisch zuzubereiten und Neues auszuprobieren, berichtet das Team rund um Prof. Nanette Ströbele-Benschop. Knapp die Hälfte der 800 befragten 21- bis 26-Jährigen griff jedoch während des Lockdowns häufiger zu Süßigkeiten und Kuchen  nicht ohne Auswirkungen. Auch herzhafte Snacks und Kaffee konsumierte ein Drittel der Studierenden vermehrt, wie die Studie ergab. Doch ein weiteres Drittel aß weniger Fleischprodukte und dafür mehr Gemüse und Salat. 40 Prozent tranken weniger Alkohol als üblich. 

Bei etwa der Hälfte der Studierenden veränderte sich laut der Erhebung das Körpergewicht: 30 Prozent nahmen zu, 20 Prozent nahmen ab. Besonders betroffen waren demnach Studierende mit höherem Body Mass Index (BMI).

Sport ersetzt alltägliche Bewegung

In der Gruppe der jungen Menschen, die während des Lockdowns ihr Gewicht reduzierten, hatten 68 Prozent mehr Sport getrieben. Unter den 30 Prozent mit Gewichtszunahmen taten dies nur 37 Prozent. "Für uns war es spannend, dass es Studierende gab, für die sportliche Aktivitäten anstelle der alltäglichen Bewegung an Bedeutung gewannen", berichtet Prof. Nanette Ströbele-Benschop. "Knapp über die Hälfte der Studierenden machte über den Lockdown hinweg mehr Sport als üblich."

Nicht etwa explizit Unterschiede zwischen den Geschlechtern wurden festgestellt, sondern insgesamt sehr unterschiedliche Strategien, mit den Lockdown-Maßnahmen umzugehen. Prof. Ströbele-Benschop: "Die einen scheinen die Umstände zu ihrem Positiven zu nutzen und können Ernährung und Bewegung bewusster in den Alltag integrieren. Bei anderen hingegen führen die täglichen Sorgen und der Verlust von Strukturen zu weiteren negativen Auswirkungen."
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