Corona-Pandemie

Lauterbach wirbt für Geduld

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt vor zu großer Gelassenheit im Umgang mit Corona.
IMAGO / Chris Emil Janßen
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt vor zu großer Gelassenheit im Umgang mit Corona.

Vor dem nächsten Pandemie-Winter kommen staatliche Schutzvorgaben teils schon ins Bröckeln. Der Gesundheitsminister sieht als "gute Nachricht" Chancen auf Entspannung – nur eben noch nicht jetzt.

Lauterbach warnte grundsätzlich vor Eile bei weiteren Lockerungen. "Jetzt gibt es hier einen Überbietungswettbewerb: Welches Land kann zuerst lockern? Das ist ein Stück weit populistisch", sagte er im Bayerischen Rundfunk. Der Minister bekräftigte: "Ich glaube, dass wir noch einmal eine Winterwelle bekommen werden."

Lauterbach appellierte zugleich: "Verlieren wir jetzt bitte nicht die Geduld." Es gelte, die Feiertage und ältere und vorerkrankte Menschen abzusichern. Er bitte um Hilfe und Geduld. 



"Wir haben hier noch ein paar Monate, wo es schwerer sein wird. Dann können wir anders damit umgehen. Lassen Sie uns bitte jetzt nicht im Stich und auch nicht diejenigen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind." Lauterbach warb erneut für eine Beibehaltung der Isolationspflicht für Infizierte.

In den vergangenen Wochen waren amtlich erfasste Infektionszahlen deutlich gesunken. Das RKI gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag mit 186,9 an – nach 177,9 gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen am Vortag. Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild. Experten gehen von vielen nicht erfassten Fällen aus – vor allem, weil nicht alle Infizierten PCR-Tests machen lassen. Nur diese zählen aber in der Statistik.

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