Coronavirus

ITB abgesagt - Internorga erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Kontakt ist zu vermeiden.
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Kontakt ist zu vermeiden.

Weltweit wurden zu dem heutigen Zeitpunkt bereits über 200 Messen abgesagt - die meisten davon in China und Italien. Nun ist klar - die Reise-Leitmesse ITB in Berlin gehört auch dazu. Die Messe Düsseldorf hat ebenfalls die Prowein verschoben und sucht nach einem neuen Termin. Die Messe Hamburg ist aber zuversichtlich, dass die Internorga ab dem 13. März wie gewohnt ihre Tore öffnet. Der Schutz für Besucher und Aussteller wurde im Vorfeld stark erhöht.

Wie sich die Absage der Internationalen Tourismus Börse auf die Internorga auswirken wird, kann zurzeit niemand sagen. Die Hamburg Messe und Congress GmbH nimmt die Verunsicherungen bezüglich des Coronavirus allerdings sehr ernst.
Die Gesundheit von Besuchern, Ausstellern und weiteren Messeteilnehmern steht für die Messeleitung an oberster Stelle. "Wir stehen in engem Austausch mit den Gesundheitsbehörden und -institutionen der Freien und Hansestadt Hamburg und beobachten die aktuellen Entwicklungen sehr wachsam, so dass auf Veränderungen schnell und angemessen reagiert wird, falls dies erforderlich sein sollte", heißt es auf der Homepage der Messe, die am 13. März starten soll.

Bis zum späten Sonntagabend bestand aus Sicht der Messe kein Anlass zur Einschränkung des Messebetriebes.

Sicherheitsvorkehrungen in Hamburg:
  • Einsatz von desinfizierenden Reinigungsmitteln auf dem gesamten Messegelände sowie Verteilung von Handdesinfektionsflaschen
  • Erhöhung der Reinigungsintervalle der WC-Anlagen und Waschräume während der Auf- und Abbauphase der Veranstaltung
  • Erhöhung der Reinigungsintervalle der WC-Anlagen und Waschräume während der Veranstaltungszeit
  • Erhöhung der Reinigungsintervalle der Türgriffe, Handläufe von Treppen und Rolltreppen, EC-Automaten, Aufzugknöpfen etc. auf dem gesamten Messegelände
  • Informationen über die offiziellen Hygiene- und Präventionstipps der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in den WC-Anlagen und Waschräumen
In Frankreich wurden allerdings Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Menschen komplett verboten, in der Schweiz sogar ab 1.000 Beteiligten - auch der traditionelle Genfer Autosalon fiel dieser Regelung zum Opfer.

Wird eine Messe vollständig abgesagt, hat das weitreichende Konsequenzen. Wer dann letztendlich die Kosten trägt, lässt sich laut Silvia Bauermeister, der Referentin für Recht des Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA), noch nicht beantworten. „Die Frage ist, ob es sich um einen Fall höherer Gewalt handelt. Ist das so, werden die Verträge normalerweise rückabgewickelt, sodass keine gegenseitigen Schadensersatz-Ansprüche bestehen“, erklärt die Juristin.

Unabhängig von Messeabsagen steht schon heute fest, dass das Virus die Wirtschaft massiv schädigen wird. Der Leitindex DAX wurde nur durch die Wochenendunterbrechung vor weiterem Abrutschen bewahrt.

Deutsche und andere europäische Unternehmen bekommen die Folgen der Coronavirus-Epidemie deutlich zu spüren. "Die Auswirkungen sind insgesamt schlimm", stellten die deutsche und die europäische Handelskammer in China nach einer gemeinsamen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen fest.

Fast 90 Prozent der Firmen berichteten von "mittelschweren bis starken Auswirkungen" durch die Lungenkrankheit. Die Hälfte müsse jetzt ihre Geschäftsziele für das Jahr anpassen. Wegen der Krise erwarte fast jedes zweite Unternehmen Einbrüche mindestens im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in der ersten Hälfte des Jahres - ein Viertel der Firmen rechne sogar mit mehr als 20 Prozent Rückgang.

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