Coronakrise | Bundesländer

Omikron verlangt neue Beschlüsse

Die Verschärfung der Corona-Maßnahmen zur Bekämpfung der Omikron-Variante geht in eine neue Runde.
IMAGO / Xinhua
Die Verschärfung der Corona-Maßnahmen zur Bekämpfung der Omikron-Variante geht in eine neue Runde.

Die Coronavirus-Variante Omikron verbreitet sich rasch in Deutschland. Besonders betroffen: Schleswig-Holstein, das ab 4. Januar seine Corona-Verordnung verschärft. Am Freitag, den 7. Januar, beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen.

Laut Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ist die Omikron-Variante in seinem Bundesland inzwischen die vorherrschende. Dementsprechend verschärft das Land seine Schutzverordnung zum 4. Januar. Demnach wird bei Veranstaltungen die Teilnehmerzahl auf maximal 50 in Innenbereichen beziehungsweise 100 im Freien begrenzt. Bisher galt bei halber Kapazität maximal 1.000.

Die Kontaktbeschränkung für Geimpfte oder Genesene auf maximal zehn Personen gilt nicht mehr nur in der Wohnung, sondern auch im öffentlichen Raum. Tanzveranstaltungen müssen grundsätzlich den Behörden angezeigt werden. Zur Einhaltung der 2G-plus-Regel in Diskotheken und Bars gilt künftig nur noch ein negativer PCR-Test, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Darauf verständigten sich Ministerpräsident Günther, seine Stellvertreter, Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP), sowie die Vorsitzenden der Koalitionsfraktionen.


Bund-Länder-Runde am 7. Januar

Die MinisterpräsidentInnen der Bundesländer beraten mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am 7. Januar über das weitere Vorgehen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet mit einer schnellen Entscheidung über eine Verkürzung der Quarantänefristen bei Corona-Infektionen. Um zu verhindern, dass die Omikron-Welle zu groß werde, werde es bei der Bund-Länder-Runde "auf jeden Fall neue Beschlüsse geben", kündigte Lauterbach an. Dabei gehe es um eine Änderung der Quarantäneverordnung, aber zum Beispiel auch um die Frage, welche Kontaktbeschränkungen angemessen seien.

Mit Ausbreitung der Omikron-Variante wächst die Gefahr, dass auch die Zahl von Quarantäne-Anordnungen bei Kontaktpersonen Infizierter stark steigt. Denn anders als bei anderen Corona-Varianten ist aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) eine Quarantäne bei Vorliegen von Omikron immer empfohlen – und zwar "auch für vollständig geimpfte und genesene Kontaktpersonen".

Omikron: Mehr Infizierte, dafür mildere Verläufe?

Großbritannien und die USA haben bereits die Quarantäne-Dauer für Infizierte ohne Symptome verkürzt, um akutem Personalmangel in Bereichen vorzubeugen, die für die Grundversorgung und Sicherheit nötig sind. Spanien und Portugal verkürzten die Quarantäne-Dauer für symptomlose Infizierte von zehn auf sieben Tage. Eine Rolle spielen dabei auch Indizien, dass Omikron seltener zu schweren Krankheitsverläufen führen dürfte.

"Omikron ist anders als frühere Varianten – darum müssen auch die Quarantäne-Regeln angepasst werden", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Tino Sorge (CDU), der "Welt". "Wir erwarten eine neue Dynamik mit sehr vielen, aber eben auch vielen milden Corona-Infektionen." In einer solchen Lage müsse verhindert werden, dass Personalausfälle die Wirtschaft und die kritischen Infrastrukturen lahmlegten. "Darum wäre es sinnvoll, die Quarantäne für bestimmte Kontaktpersonen zu verkürzen. Engmaschige Tests könnten das flankieren."
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