Coronakrise | Initiative

Klagewelle auf Schadensersatz

Eine Verbraucherschutzkanzlei will finanzielle Entschädigungen für die krisengeplagte Gastronomie und Hotellerie durchzusetzen.
imago images / Jan Huebner
Eine Verbraucherschutzkanzlei will finanzielle Entschädigungen für die krisengeplagte Gastronomie und Hotellerie durchzusetzen.

Im Ringen um Entschädigungen für die krisengeplagte Gastronomie will die Verbraucherschutzkanzlei Gansel Rechtsanwälte in der kommenden Woche die ersten Anspruchsschreiben an die 16 Bundesländer verschicken. Ein Beitrag von ahgz-Chefredakteur Rolf Westermann.

 „Aus den Antwortschreiben können wir gegebenenfalls schon Hinweise für das weitere Vorgehen ziehen“, teilte der Pressesprecher der Kanzlei, Ingo Valldorf, der ahgz mit. „Bei ausbleibender oder negativer Rückmeldung bereiten wir dann in Absprache mit den Mandanten die Klage vor.“ Die Frist für die Antworten der Länder betrage drei Wochen. 

Bisher sind nach Angaben Valldorfs rund 950 Anmeldungen für die Klageinitiative auf Schadensersatz eingegangen. Vor rund einem Monat hatten sich der neu gegründete Bund der Gastfreundschaft und Deutschlands größte Verbraucherschutzkanzlei zusammengetan, um finanzielle Entschädigungen zu erkämpfen. Das Ziel ist, Schadensersatzansprüche wegen coronabedingter Betriebsschließungen bei den Bundesländern geltend zu machen.

Standardisierte Fallbearbeitung

Parallel zu den Anspruchsschreiben will die Kanzlei eine standardisierte Fallbearbeitung aufbauen. „Das bedeutet, dass wir die ‚Masse‘ dann gegen Ende August oder Anfang September automatisiert in den Ablauf ‚Anspruchsschreiben, Rückmeldung, gegebenenfalls Klage‘ schicken können.“ Für die Unternehmen hat die Kanzlei eine Video-Sprechstunde https://youtu.be/csvdae39G3I auf Youtube eingerichtet, bei der das Vorgehen erläutert wird. Diese kann live verfolgt werden, es steht aber auch eine Aufzeichnung zur Verfügung. 

Für interessierte Unternehmer gibt es kein Kostenrisiko, wie Philip Caba, Rechtsanwalt bei Gansel Rechtsanwälte, erklärte: „Die entstehenden Kosten werden wir entweder über eine vorhandene Rechtsschutzversicherung oder einen Prozessfinanzierer abdecken.“ Für Kläger ohne eintrittspflichtige Rechtsschutzversicherung erhält der Prozessfinanzierer im Erfolgsfall eine Provision bis zu 35 Prozent der Entschädigungssumme. Rechtsschutzversicherte Kläger erhalten im besten Fall eine volle Erstattung ihres Einnahmeausfalls. Der Pressesprecher der Kanzlei, Ingo Valldorf, hatte Anfang Juli ergänzend mitgeteilt: „Das Ziel ist es, möglichst alle Landgerichte in Deutschland – es gibt 116 – mit entsprechenden Klagen zu ‚versorgen‘, sodass das Thema auf die Agenda möglichst vieler Richter kommt.“ Ziel sei aber eine Einigung. „Ein politischer Konsens wäre sinnvoller und schneller.“

Anmeldung für die Klageinitiative: http://www.gansel-rechtsanwaelte.de/corona


stats