Re-Start / Coronakrise

5 Fragen an Patrick Junge

Patrick Junge, Inhaber und Geschäftsführer von Paniceus, fährt alle 36 Peter Pane-Standorte zum Starttermin im jeweiligen Bundesland sowie in Österreich hoch.
Peter Pane
Patrick Junge, Inhaber und Geschäftsführer von Paniceus, fährt alle 36 Peter Pane-Standorte zum Starttermin im jeweiligen Bundesland sowie in Österreich hoch.

"Wir zögern keine Sekunde mit dem Hochfahren unserer Betriebe", sagt Patrick Junge, Geschäftsführer und Inhaber der Unternehmensgruppe Paniceus, im Interview mit FOOD SERVICE. Mit dem Go der jeweiligen Landesregierungen öffnet die Burger-Kette Schritt für Schritt ihre 35 Units in 12 deutschen Bundesländern. Auch der Wiener Standort wird mit dem Gastro-Startschuss in Österreich am 15. Mai aufsperren. 

Herr Junge, wie sieht der aktuelle Betriebs-Status bei Peter Pane aus? 
Patrick Junge: Mit dem Startschuss aus Hamburg werden heute (Mittwoch, 13. Mai 2020, Anm. der Red.) 14 unserer 36 Restaurants wieder ans Netz gehen. Den Anfang haben wir am Wochenende mit unseren drei Standorten in Mecklenburg-Vorpommern gemacht. Seit Samstag sind die Units in Rostock, Binz und Warnemünde wieder geöffnet.
Wie bewerten Sie den Start in Mecklenburg-Vorpommern?
Wir sind sehr froh, dass wir am Wochenende den ersten Schritt in Richtung Normalität gehen durften. Der Andrang war zwar noch sehr verhalten, aber gerade die Küstenstandorte in Binz und Warnemünde haben keinerlei Aussagecharakter für die Gesamtsituation in Deutschland. Beide Units leben stark vom Tourismus, der in Mecklenburg-Vorpommern für Gäste aus anderen Bundesländern erst ab dem 25. Mai wieder zugelassen ist. In anderen Regionen wird der Zustrom der Gäste sicher höher sein. Ich war gestern in Stuttgart, dort war die Innenstadt schon wieder sehr belebt.
Insgesamt und für uns am konkreten Beispiel der Öffnungen in Niedersachsen aber zeigt sich: Die Gesellschaft ist gespalten. Die einen freuen sich über die Lockerungen und wollen raus. Die anderen haben Angst und werden nicht in die Gastronomie kommen. Diesen Menschen können wir die Angst so schnell auch nicht nehmen. Es braucht Zeit, wieder Vertrauen aufzubauen. 
„Die Gesellschaft ist gespalten: Die einen wollen wieder raus, die anderen haben Angst.“
Patrick Junge, Geschäftsführer und Inhaber der Burger-Formel Peter Pane

Wie stemmen Sie die Ad-hoc-Starts unter den Vorgaben, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden?
Wir sind gegenüber vielen anderen Unternehmen in der vorteilhaften Situation, dass wir alle Betriebe während des Lockdowns auf Delivery und Abholung umgestellt haben. Daher müssen wir jetzt keinen Kaltstart hinlegen.
Was die Vorgaben der Bundesländer und jene aus Österreich betrifft, so sind diese aus unserer Sicht fast auf den Punkt identisch. Auch wenn die Formulierungen andere sind, kommt unterm Strich doch das Gleiche raus. Wir haben alles entsprechend umgesetzt. Die Gäste können sich vorab oder noch an der Tür - per QR-Code - einen freien Tisch sichern. Die Mitarbeiter tragen Mundschutz, für Handdesinfektion ist gesorgt. Und belegt wird eben nur jeder zweite Tisch. 

Wie lässt sich unter diesen Bedingungen ein wirtschaftlicher Betrieb aufrechterhalten?
Wir setzen darauf, dass wir über die Kombination aus Delivery und Vor-Ort-Verzehr auf ein wirtschaftlich sinnvolles Ergebnis kommen. Während des Lockdowns haben wir immerhin 60 bis mancherorts sogar 70 Prozent des regulären Umsatzes allein über To-go und Delivery einfahren können. Wenn uns dieses Geschäft erhalten bleibt, könnte die Rechnung aufgehen. Aber natürlich stehen wir vor einer gewaltigen Herausforderungen. Wir haben große Standorte - das erleichtert das Abstandhalten. Große Standorte bedeuten aber auch entsprechende Mieten. Wer volle Mieten bezahlt, aber nicht 100 Prozent Umsatz einfährt, läuft Gefahr, dass die Sanduhr abläuft. Und je länger die Auflagen bestehen, umso höher das Risiko, dass Gastro-Betriebe auf der Strecke bleiben.

Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf die Wachstumsziele Ihres Unternehmens?
Wir halten an unserem geplanten Unit-Wachstum für dieses Jahr fest. Die Expansion einmal gestarteter Projekte lässt sich auch gar nicht auf Hold stellen. Das wollen wir auch nicht. Coronabedingt gibt es natürlich Verzögerungen, doch sogar während des Lockdowns konnten wir einen neuen Standort in Erfurt für Delivery öffnen. Neue Standorte in Bielefeld, Berlin, Köln, Stuttgart, Magdeburg und Nürnberg sollen dieses Jahr noch hinzukommen.

Über Paniceus / Peter Pane
Peter Pane wurde im Jahr 2016 vom ehemaligen Hans-im-Glück-Franchisenehmer Patrick Junge gegründet. Laut foodservice Top 100 erwirtschaftete Paniceus, die Muttergesellschaft von Peter Pane, im vergangenen Jahr 63 Mio. Euro gastronomischen Netto-Umsatz (2018: 51,5 Mio. Euro). 35 Units gibt es derzeit in Deutschland und eine in Wien, Österreich (Stand: Mai 2020). 





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