Coronakrise

Aktion #leerestühle erfolgreich im Internet

#leerestühle im Internet
Leaders Club/Unternehmen
#leerestühle im Internet

Aus allen Teilen Deutschlands haben Gastronomen am 1. Mai mit der Aktion "Leere Stühle" auf sich aufmerksam gemacht. Zahlreiche Bilder und Videos verwaiste Gasträume, Event-Locations, Terrassen und Hotels wurden ab 11 Uhr auf Facebook, Twitter und Instagram gepostet, geteilt und geliket. 

Leaders Club-Präsident Michael Kuriat zog am frühen Nachmittag ein erstes Fazit: "Es war ein riesiger Erfolg." Genaue Zahlen kann er erst in ein paar Tagen nennen, da die eingesetzten Monitoring-Tools die große Menge an Beiträgen nur verzögert registrieren können. "Es wurden so viele kreative Geschichten gepostet und sehr viel untereinander geteilt. Wir sind definitiv auf dem richtigen Weg", erklärte Kuriat. Er betonte, dass es dem Leaders Club wirklich wichtig war, dass alles legal abläuft und die Sicherheitsleute durch die Aktion nicht noch mehr Arbeit bekommen. "Die Branche zieht an einem Strang", freute er sich. 

Protestaktion: #leerestühle im Internet



Torsten Petersen, Geschäftsführer von Enchilada, sagte gegenüber FOOD SERVICE: "Heute haben 40 Läden von uns mitgemacht, die sehr unterschiedlich kreativ waren." Die Vorgabe aus der Zentrale lautete: ein Zettel mit dem Hashtag #leerestühle sollte zu sehen sein. Aus dem Alten Kranen in Würzburg kam beispielsweise ein Fotovergleich mit vollem und leerem Biergarten, am Ulmer Standort wurde ein Video zusammengeschnitten. Petersens Fazit von der Aktion "Leere Stühle" ist ebenfalls durchweg positiv: "Es war schön zu sehen, dass es, egal von welcher Seite, sei es von Passanten, Polizei und Presse, nur positives Feedback gab." Zudem sei das Anliegen der Gastronomen in der Politik angekommen. Denn "ohne Hilfe schaffen wir es nicht", so Petersen. 
Der Leaders Club Deutschland hatte sich dazu entschieden, den heutigen Protest nicht in bereits durchgeführter Art und Weise vom vergangenen Freitag zu wiederholen, sondern die Aktion ins Internet zu heben. Denn der 1. Mai wird "traditionsgemäß von vielen Gruppierungen für Demos und Randalen genutzt". Um Probleme mit Behörden und potenziellen Demonstranten zu vermeiden, wurden keine Stühle auf öffentlichen Plätzen zusammengetragen, sondern jeder sollte sich in den eigenen Räumlichkeiten bzw. dem Außenbereich im Internet präsentieren und die Fotos und Videos mit #leerestuehle, #gastrofriday und #leadersclub hashtaggen. Für den digitalen Aktionstag hatte der Leaders Club Tipps bereitgestellt. 

Wöchentlicher Protest der Gastro-Branche

Mit der Aktion "Leere Stühle" wollen Gastronomen darauf aufmerksam machen, dass die Zukunft ihrer Betriebe durch die andauernde Schließung massiv bedroht ist. Ursprünglich stammt die Idee aus Dresden und fand erstmals am 17. Apil statt. Der Leaders Club Deutschland rief die Branche dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen, ein wöchentlicher Protest war zunächst geplant. Am 24. April beteiligten sich tausende Gastronomen und Hoteliers in fast 80 Städten an der Aktion, indem sie rund 30.000 Stühle auf öffentlichen Plätzen und vor ihren Restaurants aufstellten.
Leaders Club
Der Leaders Club ist ein Netzwerk Gastronomie-affiner Menschen und Unternehmen, das 2001 gegründet wurde und aktuell mehr als 320 Mitglieder aus 160 Unternehmen der Branche zählt. Ziel des Clubs ist es, Netzwerke zu bilden, Kompetenzen weiterzugeben und untereinander Hilfe anzubieten.


Sie möchten Aktuelles zum Thema "Coronavirus und die Gastro-Branche" lesen? Mehr fachlichen Input finden Sie in unserem "Coronavirus und die Gastro-Branche"-Dossier.
stats