Coronakrise

Branche ruft um Hilfe

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus haben zahlreiche Restaurants bereits geschlossen. Die Existenz vieler Betriebe steht auf dem Spiel.
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Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus haben zahlreiche Restaurants bereits geschlossen. Die Existenz vieler Betriebe steht auf dem Spiel.

Die Coronakrise trifft die Gastro-Branche massiv. Um auf ihre Situation hinzuweisen, verfassen Gastronomen öffentliche Hilferufe, starten Petitionen oder lancieren Marketing-Aktionen.

Der Umsatz der Gastro-Branche in Deutschland rauscht wegen der aktuellen Ausbreitung des Coronavirus in den Keller. Unternehmer fürchten um ihre Existenz. Viele Restaurants haben bereits geschlossen, andere müssen sich mit beschränkten Öffnungszeiten arrangieren oder bieten Essen nur noch zur Mitnahme an. Die Branche hofft auf schnelle Notfallhilfe, doch wartet sie bisher vergblich.

Solidarische Gemeinschaft

Im Internet formiert sich nun eine solidarische Gemeinschaft. So wurde etwa in Hamburg kurzerhand die Initiative "Gastronomie & Hotellerie Deutschland" gegründet, die einen offenen Brief an die Stadt Hamburg verfasst hat.

Darin heißt es unter anderem: "Während die Tage verstreichen, sind wir dabei, unterzugehen. Wir haben keine Mittel mehr zur Verfügung, um unsere Existenz aufrecht zu erhalten und fühlen uns im Stich gelassen." Der Forderungskatalog wird derzeit vielfach geteilt und findet Tausende Unterstützer.

Petition

Zudem geht derzeit eine Petition viral, die unter der Überschrift "Retten Sie die Gastronomie in Deutschland. Jetzt." Unterstützer sucht. Die Petition richtet sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Hier heißt es: "Wir wissen auch, dass Sie unter großem Druck stehen und bereits einige Maßnahmen zur Unterstützung getroffen habt. Trotzdem müssen wir Ihnen mitteilen: Diese Maßnahmen helfen, sie werden uns aber nicht retten. Alle bisher getätigten Beschlüsse, Bereitstellung von Überbrückungskrediten zum Beispiel, sorgen für Aufschub der Probleme – nicht für Lösungen!"

Auch hier gibt es einen Hashtag, unter dem sich mittlerweile zahlreiche Gastronomen aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligen: #WirSindBereit

Appell des Leaders Club

Der Leaders Club Deutschland hat ebenfalls einen dringenden Appell an die Bundesregierung verfasst. In deim Schreiben heißt es: "7 bis 6 Wochen – so viel Zeit bleibt deutschen Gastronomen im Durchschnitt, bis sie unter den gegebenen Umständen Insolvenz anmelden müssen. Die ersten Mitarbeiter wurden bereits entlassen. Eine ganze Branche ist bedroht."

Die Mehrheit der befragten Leaders Club Mitglieder spricht sich für eine konsequente Schließung der Betriebe aus, da Gäste ohnehin ausbleiben. "Darüber hinaus fordern sie Orientierung im Flickenteppich der bundesweit uneinheitlichen Hilfen für die Branche", so die Mitteilung. Der Leaders Club appelliert an Politik und Regierung, den von der Krise unmittelbar und vielfach drastisch betroffenen Gastronomie-Betrieben jetzt schnell und unbürokratisch zu helfen.

Gutscheine erwerben

Unter dem Hashtag #supportyourlocal bündeln sich bei Facebook und Instagram momentan zahlreiche Marketing-Aktionen. So wird etwa dazu aufgerufen, bei Restaurants Gutscheine zu erwerben oder nach Liefer-Möglichkeiten zu fragen.

Auch die gastronomische Nische der Foodtrucks und des Streefood spürt den Gästerückgang durch die Coronavirus-Pandemie deutlich. Das Internetportal "Food Trucks Deutschland" von Klaus P. Wünsch ruft zu einer Solidaritätskampagne in den sozialen Medien auf. Hashtag: #wearefoodtrucks.


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